US-Regierung: Wahl undemokratisch

1. September 2004, 06:40
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Washington fordert Alchanow zu Einsatz für Friedenslösung auf - Neuer Präsident schließt Verhandlungen aus

Washington - Die US-Regierung hat die Präsidentschaftswahl in Tschetschenien als undemokratisch kritisiert. Der Urnengang vom Sonntag habe "nicht die internationalen Standards für eine demokratische Wahl erfüllt", sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Richard Boucher, am Montag in Washington. Der Wahlprozess habe "ernsthafte Mängel" aufgewiesen. Boucher nannte in diesem Zusammenhang insbesondere den Ausschluss eines wichtigen Kandidaten "aus rein technischen Gründen".

Hartes Vorgehen angekündigt

Sieger der Wahl wurde erwartungsgemäß der vom Kreml unterstützte bisherige tschetschenische Innenminister Alu Alchanow. Er kündigte ein hartes Vorgehen gegen die nach Unabhängigkeit von Moskau strebenden Rebellen an und schloss Verhandlungen aus.

Boucher forderte Alchanow auf, sich für eine friedliche Lösung des Konflikts in der russischen Kaukasusrepublik einzusetzen. Er stehe nun vor der schwierigen Aufgabe, eine breite Unterstützung in der Bevölkerung zu erreichen und "Pluralismus in den politischen Prozess zu bringen". Die US-Regierung fordere zudem alle Seiten zur Beendigung von Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien auf. (APA)

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