Israelische Soldaten verhinderten Selbstmordanschlag an Erez-Übergang

1. September 2004, 15:23
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Palästinensischer Attentäter verhaftet - Westjordanland: Razzia in Jenin

Gaza - Israelische Soldaten haben am Dienstagmorgen einen Selbstmordanschlag am Erez-Kontrollpunkt zwischen Israel und dem Gazastreifen verhindert. Israelische Medien berichteten, ein Palästinenser sei mit einem am Körper versteckten Sprengsatz in den Bereich des Erez-Industriegebiets gekommen. Sein verdächtiges Verhalten erregte den Berichten zufolge die Aufmerksamkeit der Soldaten, die ihn nach Warnschüssen festnahmen, bevor er die Bombe zünden konnte.

Seit Jahresbeginn haben Palästinenser am Erez-Übergang mehrere Selbstmordanschläge verübt. Das örtliche Industriegebiet, in dem zahlreiche Palästinenser arbeiten, wurde daraufhin immer wieder geschlossen.

Am frühen Morgen hatte die Armee bei einem Vorstoß in Rafah im südlichen Gazastreifen einen 14 Jahre alten Palästinenser erschossen. Wie israelischen Medien unter Berufung auf Augenzeugen berichteten, töteten die Soldaten den Palästinenser, als er sich einer Planierraupe näherte. Ziel der Militäroperation sei die Zerstörung eines verlassenen Gebäudes gewesen, das als Deckung für Angriffe auf Soldaten genutzt worden sei.

Westjordanland: Razzia in Jenin

Die israelische Armee ist Dienstag Früh auf der Suche nach bewaffneten Palästinensern vorübergehend in Jenin im Westjordanland eingerückt. Eine Einheit sei mit etwa 30 gepanzerten Fahrzeugen in die Stadt eingefahren und habe nach drei palästinensischen Aktivisten gesucht, die am Vortag einem Angriff entkommen seien, teilten palästinensische Sicherheitskräfte und Augenzeugen mit. Soldaten hätten ein verdächtiges Haus umstellt. Ein Kampfhubschrauber beschädigte das Haus mit mehreren Salven aus dem Bordmaschinengewehr erheblich. Den Angaben zufolge wurden fünf Mitglieder der Eigentümerfamilie des Hauses festgenommen, ehe die Soldaten nach rund fünfstündigem Einsatz wieder abrückten. Die Armee wollte sich zunächst nicht zu der Militäraktion äußern.

Am Vorabend waren nach palästinensischen Angaben drei Mitglieder des bewaffneten Arms der Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Yasser Arafat in Jenin einem israelischen Hubschrauberangriff entgangen. Eine aus einem Helikopter abgefeuerte Rakete verfehlte demnach das Fahrzeug, in dem die drei Männer unterwegs waren und schlug in einem Haus ein. Dabei seien ein neunjähriges Mädchen verletzt und das Haus stark beschädigt worden. (APA/dpa/red)

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