Homosexuelle Republikaner machen Front gegen Bush

1. September 2004, 19:07
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Wahlprogramm fordert Verfassungsverbot der Homo-Ehe

New York - Homosexuelle innerhalb der Republikanischen Partei machen Front gegen US-Präsident George W. Bush. Am Rande des Parteitags in New York drohten sie, am 2. November nicht für Bush zu stimmen, wenn dieser bei seiner Forderung nach einem Verfassungsverbot der Homo-Ehe bleibe. Der Präsident beuge sich in dieser Frage "der radikalen Rechten" in seiner Partei, erklärte die Organisation "Log Cabin" (Holzhütte), in der nach eigenen Angaben 10.000 schwule und lesbische Republikaner zusammengeschlossen sind.

In dem Wahlkampfprogramm, das am Montag beim Parteitag verabschiedet wurde, wird die Forderung nach einer Verfassungsänderung zum Verbot der Homo-Ehe bekräftigt. Die legale Anerkennung und die damit verbundenen Vergünstigungen sollten der "einzigartigen und besonderen Verbindung zwischen Mann und Frau vorbehalten bleiben", heißt es darin. Bush setzt sich bereits gegenüber dem Kongress für eine Verfassungsänderung zum Verbot der Homo-Ehe ein.

"Log Cabin" will in der nächsten Woche im Raum New York Fernsehspots ausstrahlen lassen, um gegen diese Pläne zu opponieren, wie die "New York Times" berichtete. Vizepräsident Dick Cheney, dessen Tochter Mary eine bekennende Lesbierin ist, hatte vor Kurzem zu erkennen gegeben, dass er gleichfalls ein Verfassungsverbot der Homo-Ehe ablehnt. Er machte aber auch klar, dass er die Richtlinienkompetenz des Präsidenten in dieser Frage nicht anfechten will.

Das Wahlprogramm werfe ein Licht "auf die Kluft zwischen dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten" und zwischen den Flügeln der Partei, sagte der schwule kalifornische Delegierte Jeff Bissiri. Die Debatte um die Rechte der Homosexuellen wurde in den USA angeheizt, seit im Mai im Bundesstaat Massachusetts die Homo-Ehe auf Grundlage eines Gerichtsentscheids legalisiert worden war. Auch in San Francisco wurde die Trauung gleichgeschlechtlicher Paare von Bürgermeister Gavin Newsom im Februar zugelassen, nach wenigen Wochen jedoch vom kalifornischen Obersten Gericht gestoppt. (APA/AFP)

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