Bush macht in Florida Boden auf Kerry gut

1. September 2004, 19:07
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US-Präsident Bush legt zum Auftakt des Parteitags im Umfrage zu

Miami- Der demokratische US-Präsidentschaftskandidat John Kerry hat einer Umfrage zufolge seinen deutlichen Vorsprung vor Amtsinhaber George W. Bush in dem wichtigen Bundesstaat Florida eingebüßt. In einer am Montag veröffentlichten Umfrage zweier Zeitungen lag die Zustimmung für Bush bei 48 Prozent und für Kerry bei 46 Prozent. Die Differenz lag damit innerhalb der Umfrage-Fehlerquote von 3,5 Prozentpunkten. Im März hatte Kerry dagegen eindeutig mit fünf Prozentpunkten vor Bush gelegen.

"John Kerry hat den Schwung verloren, den er im Frühling entwickelt hatte", sagte der Wahlforscher Rob Schroth der Zeitung "Miami Herald". Das Rennen könne bis zu der Wahl Anfang November so eng bleiben.

Bei der Präsidentschaftswahl 2000 war das Ergebnis in dem bevölkerungsreichen Bundesstaat Florida so knapp und umstritten gewesen, dass ein fünfwöchiger Streit erst durch die Einschaltung des Obersten Gerichtshofs der USA beendet wurde, der weitere Auszählungen der Stimmen untersagte. Die Wahlmännerstimmen Floridas gingen an Bush, der damit Präsident wurde. Gouverneur des Bundesstaates ist Bushs jüngerer Bruder Jeb Bush. In mehreren Umfragen der vergangenen Tage lag George W. Bush vor Kerry.

US-Präsident Bush legt zum Auftakt des Parteitags im Umfrage zu

Bush hat zwei Monate vor den US-Wahlen in einer Umfrage verlorenen Boden gegenüber seinem demokratischen Herausforderer John Kerry gut gemacht. Bei den drei wichtigsten Wahlkampfthemen - Antiterrorkrieg, Irak und US-Wirtschaft - legte Bush innerhalb der vergangenen vier Wochen deutlich zu. Der Wahlausgang ist dennoch völlig offen. Das geht aus der Umfrage des US-Fernsehsenders ABC und der "Washington Post" hervor, die in der Nacht zu Dienstag veröffentlicht wurde.

56 Prozent der Befragten Wähler vertrauen den Antiterrorkrieg lieber Bush, 38 Prozent lieber Senator Kerry an. Die Situation im Irak sehen 52 Prozent lieber in den Händen von Bush, 44 Prozent in den Händen von Kerry. Die US-Wirtschaft sehen 48 Prozent besser bei Bush, 47 Prozent besser bei Kerry aufgehoben. In allen drei Bereichen legte Bush im Vergleich zu einer Umfrage vor vier Wochen um sechs bis acht Prozentpunkte zu. Damit hat Kerry seine Umfragegewinne, die sich unmittelbar nach dem demokratischen Parteitag Ende Juli in Umfragen zeigten, praktisch eingebüßt. Der republikanischen Parteitag begann am Montag in New York.

Wer bei der Wahl am 2. November Sieger wird, ist wie seit Monaten aber auch nach dieser Umfrage noch völlig offen. 48 Prozent der Befragten sprachen sich für Bush aus, 47 Prozent für Kerry. Insgesamt beurteilten 52 Prozent Bushs Amtsführung positiv, ähnlich wie in anderen Umfragen der vergangenen sechs Monate. 54 Prozent äußerten sich aber unzufrieden mit der allgemeinen Lage im Land, ähnlich wie bei der Umfrage vier Wochen zuvor. Der Verlust von Millionen Arbeitsplätzen wird Bush zur Last gelegt. Das hatte Kerry vor vier Wochen allerdings noch einen Vorsprung von elf Prozentpunkten bei der Frage beschert, wem die Wähler die bessere Wirtschaftspolitik zutrauen. Inzwischen geht diese Frage aber 48 zu 47 Prozent an Bush.

(APA/Reuters)

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