"Sicherheitsrisiko Mensch"

2. September 2004, 10:49
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Einbrüche in Häuser und Wohnungen nehmen wieder stark zu - In vielen Fällen machen es die Bewohner den Tätern aber immer noch viel zu einfach, sagen Kriminalexperten

Bei Einbruchdiebstählen in Österreich verzeichnen die Behörden ein überproportionales Wachstum: Während insgesamt von Jänner bis Juli um 5,6 Prozent mehr Straftaten angezeigt wurden als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, wurden um 68,1 Prozent mehr Fälle an Einbrüche in Wohnungen und Eigenheime verzeichnet.

Beim Bundeskriminalamt (BKA) macht man für diese Entwicklung hauptsächlich ausländische Täter verantwortlich: "Wir werden derzeit aus dem Osten regelrecht überschwemmt", sagt Gerhard Lang, Stabsstellenleiter beim BKA. Für die Exekutive bringe dies eine besondere Problematik mit sich: "Solche mobilen Täter sind besonders schwer zu fassen. Zumeist ist es nur eine Frage von Stunden oder gar Minuten, bis die Einbrecher mit der Beute im Ausland verschwunden sind." Dass es dennoch gelang, die Aufklärungsquote um 1,8 Prozent leicht zu steigern, liege auch an der Organisationsstruktur dieser Tätergruppe. "Es ist schwierig, aber wenn ein Schlag gegen eine dieser Banden gelingt, klärt man damit meist gleich eine ganze Reihe an Diebstählen auf", so Lang. Eine weitere Steigerung der Ermittlungserfolge erhofft man sich durch die bessere Vernetzung der einzelnen Polizei- und Gendarmerieposten: Mit dem "Sicherheitsmonitor" sollen ab Oktober genaue Daten jedes gemeldeten Einbruchs erfasst und österreichweit abrufbar gemacht werden. "Dadurch wird die Erstellung exakter Täterprofile, etwa mit Weg-Zeit-Diagrammen, ermöglicht, was bei der Ermittlung enorm hilfreich sein wird."

Prävention in Eigenverantwortung

Damit es gar nicht zur Tat kommt, kann laut Katja Hengerer von der Abteilung Kriminalprävention jeder Haus- oder Wohnungsbesitzer eigenverantwortlich Präventionsmaßnahmen ergreifen. "Die altbekannten Fehler wie das Deponieren von Schlüsseln an allgemein zugänglichen Stellen, gekippte Fenster oder herumstehende Gartenmöbel, die sich geradezu als Einstiegshilfe anbieten, gehören leider noch immer nicht der Vergangenheit an", so Hengerer. Zudem seien Sicherheitsschlösser und Alarmanlagen anzuraten. "Das größte Sicherheitsrisiko ist aber immer noch der Mensch. Zu oft bleiben Sicherheitseinrichtungen ausgeschaltet oder Türen gänzlich unversperrt."

Um Sicherheitslücken zu minimieren, macht der kriminalpolizeiliche Beratungsdienst auf Wunsch Hausbesuche, um vor Ort auf Mängel hinzuweisen - der Service ist für alle Bürger kostenlos. (ansl, Der Standard, Printausgabe, 31.08.2004)

Kriminalpolizeilicher Beratungsdienst: Tel.: 0800/21 63 46 österreichweit zum Ortstarif

Innenministerium

www.schutzhaus.at

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