Mondscheiner: Junge Melancholiker

2. September 2004, 15:23
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Der Donnerstag im Chelsea steht im Zeichen des so genannten "Erzählpop"

Junge Menschen aus Österreich widmen sich auf ihrem ersten, heuer erschienenen Großformat La Belle Captive dem so genannten "Erzählpop".

Und mit einer Form vorweggenommener Altersweisheit, mit der man nicht stürmen und nicht drängen und schon gar nicht toben muss, um Intensität zu erzeugen, erschließen sich bei Mondscheiner über Songs wie Tagebuch Eines Dichters oder Das Wesen Der Einsamkeit offensichtlich derzeit auch für eine zunehmende Zahl von ebenso jungen, sonst der Form des rasch zur Sache kommenden Songs verpflichteten Hörern ungeahnte (heimische) Möglichkeiten. Eine Band, die sonst der molllastigen Auslegung ihrer intellektuellen Hamburger Schlagerkollegen Blumfeld verpflichtet scheint, führt das kitschige Idiom der selbstbewegten Waterkant heim ins pannonische Melancholiedelta.

Noch Fragen? Im Vorprogramm wird wesentlich härtere Kost angedroht. Die heimischen Lapis Serpentis wollen exzentrischerweise Musik des späten Mittelalters zeitgemäß neu als Rock definieren. Jethro Tull, schau oba! Oder auch, wer sich erinnert: Ougenweide! (schach / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 1.9.2004)

Do., 2. 9.,

Chelsea, 1080 Wien, Stadtbahnbögen 29-30, Lerchenfelder Gürtel,

Konzerte ab 21.00

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