Jazz-Wurzelkundler: Randy Weston

5. September 2004, 09:43
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Der 78-jährige Pianist gastiert bis Samstag im Wiener Birdland

Mit seinem 2,05 Meter hohen Körper schien eine Karriere als Basketballer vorgezeichnet. Doch Randy Weston hatte andere als sportliche Ambitionen: Schon damals, in den 40er-Jahren, als das Restaurant seines Vaters als ein Kristallisationspunkt der Brooklyner Jazzszene galt, hing der lange Sohn lieber mit Thelonious Monk - dessen Einfluss für den Pianisten bis heute prägend ist - und Art Blakey ab, anstatt Bälle einzukorben.

"Du bist ein Afrikaner, der in Amerika geboren wurde: Schau in den Spiegel und lerne, wer du bist", gab der von Marcus Garvey beeindruckte Senior dem Junior mit auf den Weg. Und Randy Weston machte die schwarzen Roots des Jazz zu seinem Lebensthema, so nachhaltig und ausdauernd wie sonst kein Musiker seiner Generation. 1961 war er erstmals in Nigeria, Ende der 60er-Jahre wurde er für einige Jahre im marokkanischen Tanger sesshaft, seither folgen in regelmäßigen Abständen u.a. Projekte mit Gnawa-Musikern.

Auch das mit Alex Blake (Bass) und Neil Clarke (Perkussion) besetzte African Rhythms Trio widmet sich dem Thema jazziger Wurzelkunde: Nach über 50 Karrierejahren lebt im 78-jährigen Randy Weston ein Stück afroamerikanischer Kulturgeschichte fort. (felb / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 1.9.2004)

1.-4. 9., 21.00

Birdland, Wien 3., Landstraßer Hauptstr. 2;

(01) 219 63 93-15.

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    Hoher Mensch (2,05 Meter) mit langer Geschichte: Randy Weston erforscht in seiner 50-jährigen Karriere die schwarzen Wurzeln des Jazz.

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