Tirols Kiefernwälder sterben ab

6. September 2004, 12:47
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Die Trockenheit des letzten Sommers ma­chen ihnen zu schaffen - Forstexper­ten sorgen für Schutz vor Stein­schlag und Borkenkäfer

Innsbruck - Die Trockenheit des vergangenen Sommers bringt Probleme für Tirols Kiefernwälder. Nach Angaben der Landesforstdirektion vom Montag sind vor allem Bestände im Oberland zwischen Zirl und Telfs betroffen. Die Verfärbungen waren bereits im Frühsommer zu erkennen. Mittlerweile seien ganze Gruppen von alten Kiefern erkrankt. Auch Wälder zwischen Mötz und Zams seien "in schwächerem Ausmaß" davon betroffen. Das vermehrte Absterben der Bäume stehe in unmittelbarem Zusammenhang mit der Trockenheit des letzten Sommers. Die schlechte Wasserversorgung schwäche Bäume auf felsigen und kargen Böden und bereits vorhandene Erkrankungen wie Frostschäden, Pilzerkrankungen in den Kronen und der Befall mit verschiedenen Käferarten wirkten sich dadurch stärker aus.

Schutz vor Steinschlag und Borkenkäfern

Der Wald auf den Steilhängen zum Inntal schützt die Siedlungen und die Verkehrswege besonders vor Steinschlag. Obwohl viele der erkrankten Bäume absterben, werde die Schutzfunktion in den nächsten Jahren kaum darunter leiden, vorausgesetzt, die Bäume in den steilen Bereichen würden nicht gefällt. Damit bleibe der Steinschlagschutz noch viele Jahre bestehen, beruhigten die Forstexperten. Durch das Absterben der Baumkronen komme mehr Licht auf den Boden, was junge Baumpflanzen - vor allem Laubhölzer - nutzen und sich dort zahlreich ansiedeln würden. Die Jungbäume würden dann die Aufgabe der absterbenden Bäume übernehmen.

Als konkrete Maßnahme werden bis zum Frühjahr verteilt über das betroffene Gebiet "Fangbäume" vorgelegt. Einzelne gesunde Kiefern werden dazu gefällt und einige Wochen im Wald belassen. Die überwinternden Käfer bohren sich in die Rinde der Fangbäume ein, die befallenen Stämme werden dann rechtzeitig aus dem Wald entfernt. Durch diese Kontroll- und Bekämpfungsmaßnahme soll es zu keiner Massenvermehrung der Borkenkäfer kommen. Zudem werde die Entwicklung der Waldverjüngung von den Forstleuten kontrolliert. (APA)

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