Roberto Benigni als verliebter Dichter

7. September 2004, 12:12
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Drehstart zu einer Irakkriegskomödie: "Als Waffen setzt er die Poesie, sein Lächeln, seine Blicke und Gesten ein"

Roberto Benigni hat diese Woche in Rom mit den Dreharbeiten zu seinem neuen Film Der Tiger und der Schnee begonnen. Die Hauptrolle hat der zweifache Oscarpreisträger wie gewohnt selbst übernommen. Und auch sonst erinnert vieles an seine früheren Filme: Die weibliche Hauptrolle spielt seine Frau Nicoletta Braschi, das Drehbuch schrieb Benigni zusammen mit Vincenzo Cerami, die Musik stammt von Nicola Piovani.

Auch die Geheimniskrämerei um den Film hat bei Benigni Tradition. Verraten wollte der Regisseur nur, dass er in dem neuen Streifen die Rolle des Dichters Attilio De Giovanni verkörpert, der "in die Poesie ebenso vernarrt ist wie in eine Frau namens Vittoria, die ihm den Schlaf raubt."

Mit immer neuen Einfällen versucht der Dichter, Vittorias Zuneigung zu gewinnen. Durch eine Fügung des Schicksals finden sich beide bei Kriegsbeginn im Irak wieder. Attilio spricht kein Arabisch und verachtet den Krieg. Benigni: "Als Waffen setzt er die Poesie, sein Lächeln, seine Blicke und Gesten ein." Die Rolle des Dichters hält Benigni für eine seiner schwierigsten: "Sie soll demonstrieren, dass Liebe und Poesie auch von einem grausamen Alltag nicht ausgelöscht werden."

Die zwei weiteren Hauptrollen verkörpern Jean Reno und ein achtjähriges Mädchen, das Benigni in den letzten Wochen bei einem Casting in Rom ermittelte. Nach den mehrwöchigen Dreharbeiten in der italienischen Hauptstadt, übersiedelt das Team nach Tunesien, wo die Irak-Szenen gedreht werden. Weitere Aufnahmen sollen ab Oktober in den Studios von Papigno in Umbrien entstehen, wo schon La vita é bella und Pinocchio gedreht wurden. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2.9.2004)

Gerhard Mumelter aus Rom
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