Galileo startet später

6. September 2004, 12:51
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ESA schlägt Gründerzentrum für technische Anwendungen vor

Darmstadt - Das europäische Navigationssystem Galileo wird frühestens 2009 funktionsfähig sein und damit mindestens ein Jahr später als ursprünglich geplant. "Alle Galileo-Satelliten werden nicht am 31. Dezember 2008 am Himmel hängen", sagte der Technische Direktor von Galileo Joint Undertaking, Jörn Tjaden, am Montag in Darmstadt in Deutschland: "Es wird länger dauern." Die europäische Weltraumagentur ESA schlug vor, ein Gründerzentrum für kommerzielle Galileo-Anwendungen in Darmstadt einzurichten.

Tjaden sagte, der aktuelle Zeitplan sehe vor, dass bis zum 1. September 2004 die drei verbliebenen Konsortien um die Konzerne Alcatel, EADS und Eutelsat ihre überarbeiteten Bewerbungen für den kommerziellen Betrieb einreichen können. Bis zum Jahresende werde entschieden, welches Konsortium den Zuschlag erhalte. Das Jahr 2005 sei für die Vertragsverhandlungen vorgesehen. Ende 2005 könne der erste Galileo-Testsatellit gestartet werden. Mit Galileo wollen die Europäer dem US-amerikanischen Navigationssystem GPS Konkurrenz machen.

Gründerzentrum kommt KMU zugute

Nach Tjadens Angaben werden sich die Kosten für die vierjährige Planungs- und Entwicklungsphase des neuen Systems auf 1,2 Milliarden Euro belaufen. Dazu kommen weitere 2,3 Milliarden Euro für die zweijährige Einführungsphase. Galileo wird für einen weltweiten Betrieb auf den Daten von dreißig Satelliten aufbauen, die nach aktueller Planung in den Jahren 2008 und 2009 ins Weltall geschossen werden. Für den jährlichen Betrieb sind nach Angaben von Galileo Joint Undertaking weitere 220 Millionen Euro notwendig.

Der Technische Direktor der ESA, Gaele Winters, sagte, ein Gründerzentrum für Galileo-Anwendungen könne insbesondere kleineren und mittleren Unternehmen zu Gute kommen. Dieses Zentrum könne auf dem Gelände des ESA-Raumkontrollzentrums (ESOC) in Darmstadt oder in dessen unmittelbarer Nähe entstehen. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe von ESA, hessischer Landesregierung, Industrie und Universitäten könne in den folgenden Monaten eine Machbarkeitsstudie erstellen. (APA)

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