Schöne neue Arbeitswelt

2. September 2004, 10:49
posten

Vorarlberg: Unternehmenspark soll Lebensraum werden

Lustenau – Der Millenniumspark am Lustenauer Ortsrand ist ein Gewerbe-, Industrie- und Kompetenzzentrum. Für die Marktgemeinde "der Vorzeige-Industriepark im Silicon-Rheintal". Längst wurde die Ansammlung von High^techbetrieben zum Fixpunkt für Architekturtouristen. Denn nirgends zeigt sich der Vorarlberger Hang zum Ambiente mehr als auf der Lustenauer grünen Wiese. "Schöner arbeiten" bekommt nun neben der architektonischen auch eine soziale Dimension.

Mit dem Pilotprojekt "worklife 21" soll sich die Arbeitswelt der rund 400 Beschäftigten öffnen und zum "Lebensraum für Jung und Alt" werden. Bernhard Ölz, Vorstand der Prisma-Unternehmensgruppe, die den Unternehmenspark betreibt, will "einen ganzheitlichen Zugang zum Thema Arbeits- und Lebensraum" schaffen. Im 21. Jahrhundert rücke der Mensch "mit seinem Umfeld" als "zentraler Faktor in den Mittelpunkt der Wertschöpfungskette". Frauen- und Familienlandesrätin Greti Schmid spricht von einer "Win-Win- Situation für alle Arbeitgeber und Arbeitnehmer".

Freizeitgelände

Was hinter den klingenden Sätzen steckt, ist eigentlich banal: Für die Kinder der Firmenangehörigen soll eine Ganztagsbetreuung eingerichtet werden, die Beschäftigten erhalten auf dem 85.000-Quadratmeter-Areal Freizeiteinrichtungen. Ein kleiner See und "Marktplätze der neuen Generation" (Ölz) sollen den Arbeitsnomaden der IT-Industrie das Leben leichter machen. Ölz will ein Umfeld schaffen, das ihnen Kontakte ermöglicht und sie aus der "oft vorhandenen Isolation" löst. Der Leitgedanke ist Standortsicherung. Projektpartnerin ist neben den Netzwerkfirmen auch die Industriellenvereinigung.

Neben den internationalen Fachkräften der Millenniumsfirmen sind die Senioren eine weitere Zielgruppe des vom Land geförderten Projekts. Für sie wird die Parkgastronomie mit günstigen Mittagsangeboten aufwarten, Shuttledienste sollen die Pensionisten in die schöne neue Arbeitswelt ^bringen. Dort werden sie – so die Idee – mit offenen Armen und Herzen aufgenommen. Schmid: "Die Seniorinnen und Senioren können ihre Ressourcen einbringen, ein Miteinander der Generationen wird möglich."

"worklife21" wird diesen Herbst mit Veranstaltungen zum Themenbereich Familie und Beruf eingeleitet, im Frühling sollen die Infrastruktur für die Kinder und der Funpark für die Arbeitenden eingerichtet werden. (jub, Der Standard, Printausgabe, 31.08.2004)

Share if you care.