Kärntner Schuhhersteller Ara kündigt 70 Mitarbeiter

8. September 2004, 12:56
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Wettbewerbsdruck zu groß - Schwerpunkt künftig auf Ausbildung und Handel

Feldkirchen - Eine Kündigungswelle gibt es bei der Ara-Schuhfabrik in Feldkirchen. Wie Geschäftsführer Herbert Lininger am Montag bekannt gab, werden knapp 70 der insgesamt 360 Mitarbeiter ihren Job verlieren. "Die Produktion eines kompletten Schuhs zu marktgerechten Preisen ist in Österreich nicht mehr möglich", begründete Lininger gegenüber der APA den Schritt.

"Geschäfte laufen gut"

Die Geschäfte des Konzerns würden gut laufen, sagte Lininger. Das Werk in Feldkirchen schreibe seit 35 Jahren schwarze Zahlen, doch der Wettbewerbsdruck sei einfach zu groß. Nach den Kündigungen verbleiben knapp 300 Mitarbeiter am Standort, der mittelfristig aber nicht in Diskussion steht, wie Lininger betonte.

"Wir produzieren nicht nur Schuhe, sondern bilden auch Leute aus, sind für ausländische Produktionsstandorte verantwortlich und auch für die Handelstätigkeit in Italien und Südosteuropa", sagte Lininger. Allein aus der Handelstätigkeit würden derzeit bereits 25 Mio. Euro Umsatz generiert.

Nach der Reduktion der Belegschaft verbleibe in Feldkirchen eine Produktionskapazität von 4.000 Paar Schuhen täglich. Dieses Ausmaß an Produktion soll auch weiterhin gehalten werden, unterstrich der Geschäftsführer. "Sonst könnten wir keine Ausbildung mehr machen." Immerhin würden 25 Prozent der erzeugten Schuhe noch zur Gänze im Werk Feldkirchen hergestellt, der Rest ist Teilefertigung bzw. Montage.

Sozialplan

Nun wird mit der Gewerkschaft ein Sozialplan verhandelt. Lininger: "Wir legen großen Wert darauf, dass die Leute finanziell gut abgefedert werden, wir sind uns unserer gesellschaftlichen Verantwortung sehr bewusst." Der Wettbewerbsdruck komme auch nicht aus dem eigenen Konzern, sondern ganz einfach aus der weltwirtschaftlichen Konkurrenz.

Die in Kärnten eingesparten Kapazitäten werden in Billiglohnländer ausgelagert, der Konzern hat Produktionsstätten in Rumänien und Indonesien, in China gibt es ein Joint Venture. Vor zwei Jahren wurde die Ara-Schuhfabrik im Kärntner Griffen zugesperrt, damals verloren mehr als 100 Mitarbeiter ihren Job. Dies soll, so verspricht Lininger, in Feldkirchen aber nicht passieren. (APA)

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