Milliarden für einen Aids-Impfstoff

3. September 2004, 13:34
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Beim Eröffnung des Kongresses "AIDS VACCINE'04" in Lausanne forderten Forscher stärkeres politisches Engagement

Lausanne - Zur Entwicklung von Impfstoffen gegen die Immunschwächekrankheit Aids sind Milliardenbeträge und ein stärkeres politisches und finanzielles Engagement nötig. Darauf haben am Montag führende Wissenschafter bei der Eröffnung des Kongresses "AIDS VACCINE'04" in Lausanne verwiesen.

Die Entwicklung vorbeugender und therapeutischer Aids-Impfstoffe werde in den nächsten zehn Jahren etwa zehn bis 15 Milliarden Euro kosten. Damit könnte eine klinische Erprobung der gegenwärtigen Impfstoffkandidaten garantiert werden. Nur ein sicherer und wirksamer Impfstoff werde die Pandemie aufhalten können.

Bedarf nach präventivem Impfstoff

Wegen des alarmierenden Anstiegs der HIV-Infektionen und der geschätzten weiteren 45 Millionen Neuinfektionen bis 2010 bestehe ein dringender Bedarf nach einem präventiven Impfstoff. Nobelpreisträger Rolf Zinkernagel von der Universität Zürich erklärte, dass die Entwicklung eines HIV-Impfstoffs eine der schwierigsten Herausforderungen sei, vor der die biomedizinische Forschung heute stehe.

Am "AIDS Vaccine'04"-Kongress nehmen bis Mittwoch rund 800 Wissenschafter teil. Er wird zusammen mit dem Universitätshospital Lausanne (CHUV) und EuroVacc veranstaltet, einer in der Schweiz eingetragenen Stiftung, die sich der Entwicklung von Impfstoffen gegen Aids und andere Infektionskrankheiten widmet. (APA)

  • Der Schweizer Mediziner Rolf Zinkernagel, Nobelpreisträger und Professor für Immunologie in Zürich bei der Eröffnungskonferenz des Kongresses AIDS Vaccine in Lausanne.
    foto: epa/gillieron

    Der Schweizer Mediziner Rolf Zinkernagel, Nobelpreisträger und Professor für Immunologie in Zürich bei der Eröffnungskonferenz des Kongresses AIDS Vaccine in Lausanne.

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