Gute Zahlen bei der Mobilkom-Gruppe

8. September 2004, 14:05
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Umsatz- und Gewinn-Plus im Halbjahr - Expansionspläne in Bulgarien, Bosnien und Serbien aufrecht - mit Infografik

Wien - Der größte österreichische Mobilfunkbetreiber Mobilkom Austria steigerte im 1. Halbjahr 2004 das Betriebsergebnis (EBIT) um 2,9 Prozent auf 188,8 Mio. Euro und legte beim Umsatz um 3 Prozent auf 817,3 Mio. Euro zu. Die Kundenzahl erhöhte sich um 8.000 auf 3,17 Millionen, womit man bei einem Marktanteil von 42,3 Prozent halte. In der Mobilkom-Gruppe - Mobilkom Austria, simobil (Slowenien), VipNet (Kroatien) und Mobilkom Liechtenstein - stieg das EBIT um 1,8 Prozent auf 212,4 Mio. Euro, der Umsatz um 4,7 Prozent auf 1,02 Mrd. Euro. Insgesamt habe man 4,78 Mio. Kunden, ein Plus seit Jahresbeginn von 42.000, erklärte Mobilkom-Chef Boris Nemsic am Montag vor Journalisten.

Expansion in Südosteuropa

Ob der guten Zahlen, insbesondere den Zuwächsen in Südosteuropa, hält Nemsic an seiner Expansionspolitik fest. Der bulgarische Anbieter MobilTel sei weiter im "Fokus", so Nemsic. Außerdem habe man für Bosnien ein Angebot gelegt und hoffe weiter auf einen Einstieg in den serbischen Markt. Heuer rechnet er zwar nicht mehr mit einem unterschriftsreifen Vertrag, das eine oder andere Engagement könne heuer aber noch konkretisiert werden.

Akquistionskosten pro Kunde gestiegen

In Österreich erwartet er sich weiterhin einen intensiven Preiskampf, so seien im 1. Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum die Akquisitionskosten pro Kunden von 93 auf 110 Euro gestiegen. Der durchschnittliche Umsatz pro Kunden sei hingegen mit 33,3 Euro nahezu gleich geblieben. Sehr zufrieden zeigte sich Mobilkom-Marketingchef Hannes Ametsreiter mit dem Datengeschäft, so würden bereits eine Mio. Kunden den schnellen Datendienst GPRS nutzen, der Datenumsatz betrug aber durchschnittlich nur 3,1 Euro. Noch heuer will die Mobilkom, eine 100prozentige Tochter der Telekom Austria, mit der Bewerbung von UMTS-Diensten starten. Bisher wurde nur die UMTS-Datenkarte fürs Laptop beworben, von dieser habe man bisher 1.500 Stück verkauft, so Ametsreiter.

Zum Scheitern der Fusion zwischen Telekom Austria (TA) und Swisscom meinte Nemsic, der auch im Telekom-Vorstand sitzt: "Der TA-Vorstand war sicher nicht schuld. Wer sonst, weiß ich nicht". An seiner Strategie werde sich jedenfalls nichts ändern.

Starke Auslandstöchter

Bereits 20 Prozent des Gesamtumsatzes lukriert die Mobilkom mit ihren Auslandstöchtern siMobil (Slowenien), VipNet (Kroatien) und Mobilkom Liechtenstein. In Slowenien wurde das Betriebsergebnis (EBIT) mit 100.000 Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum ins Plus gedreht, der Umsatz erhöhte sich um zwei Prozent auf 40 Mio. Euro. Mit 69,7 Prozent Marktanteil ist man bei unserem Nachbarn klar Marktführer.

In Kroatien steigerte man den Umsatz kräftig um 14,9 auf 167,1 Mio. Euro, während das EBIT um minus 11,3 Prozent auf 24,3 Mio. Euro einbrach. Grund dafür sei eine Aufstockung des Mobilkom-Anteils an VipNet gewesen, so VipNet-Chef Dino Dogan am Montag vor Journalisten. Sehr zufrieden gab er sich mit dem SMS-Geschäft, wo man mit 72 SMS pro Monat und Kunden zu den europäischen Spitzenreitern zähle.

Gutes Geschäft in Liechenstein

Erfreulich sei auch das Geschäft in Liechtenstein, wo der durchschnittliche Umsatz pro Kunden mit 77 Euro rund doppelt so hoch sei wie in Österreich. Außerdem habe man die Kundenzahl um 31,8 Prozent auf 2.900 steigern können. Immerhin ein halbes Prozent des Gruppenumsatzes stamme aus dem Fürstentum, so Mobilkom-Chef Boris Nemsic. 16,1 Prozent des Halbjahres-Konzernumsatzes stammen nach Eigenangaben von VipNet, 3,7 Prozent von siMobil. (APA)

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