Störtebeker neu rekonstruiert

6. September 2004, 12:53
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Keine der bisher bekannten Zeichnungen entspricht dem neu ermittelten Aussehen des legendären Seeräubers

Hamburg - Neue Erkenntnisse im "Fall Störtebeker": Der legendäre Seeräuber sah wahrscheinlich anders aus, als es zahlreiche Überlieferungen nahe legen. Deutsche und französische Wissenschafter haben das Antlitz des Piraten rekonstruiert und kommen zu einem überraschenden Ergebnis: "Keine der bisher bekannten Zeichnungen ähnelt dem jetzt ermittelten Aussehen", bestätigte Bettina Beermann vom Museum für Hamburgische Geschichte am Montag.

Offiziell soll der rekonstruierte Schädel erst am 24. November der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Danach soll er als Dauerleihgabe in das Museum für Hamburgische Geschichte kommen. "Noch ist das Aussehen des Schädels ein großes Geheimnis. Selbst wir wissen nicht, wo er zur Zeit ist", sagte Beermann. "Spiegel TV" sendet die Störtebeker-Dokumentation am 28. November um 20.15 Uhr bei VOX.

Der aufgespießte Schädel war 1878 auf dem Hamburger Grasbrook - zur Hansezeit eine öde Elbinsel und heute ein Industrie- und Lagerhausgebiet mitten im Hamburger Hafen - gefunden worden. Von 1350 bis 1750 wurden dort zahlreiche Seeräuber und Schwerverbrecher geköpft. Viele Indizien passen zu dem 1401 hingerichteten Störtebeker.

Jahre lang haben Forscher und Mediziner an der Rekonstruktion des Schädels gearbeitet: Zuerst wurde der "Störtebeker-Schädel" per Computertomographie millimetergenau vermessen. Anhand dieser Daten schufen Wissenschafter eine exakte Kopie des Schädels. Danach ermittelte der französische Gerichtsmediziner Jean-Noel Vignal, wie die Weichteile im Gesicht des Piraten ausgesehen haben, bevor die französische Künstlerin Elisabeth Daynes aus diesen Daten das Gesicht erarbeitete. (APA)

  • Der wohl weltweit berühmteste Pirat, Claas Störtebeker, wurde im Jahr 1402 auf dem Grasbrook in Hamburg neben über siebzig weiteren Seeräubern enthauptet. Die mittelalterlichen Freibeuter der Nord- und Ostsee nannten sich Vitalienbrüder.  Zur Abschreckung wurden ihre Häupter übrigens auf Holzpflöcken am Elbeufer platziert. Das sollte Nachahmer abschrecken. Heute erinnert eine Bronzefigur von 1982 an Störtebeker. Die aber soll ihm, so neueste Erkenntnisse, nicht wirklich ähnlich sehen. (red)
    derstandard.at

    Der wohl weltweit berühmteste Pirat, Claas Störtebeker, wurde im Jahr 1402 auf dem Grasbrook in Hamburg neben über siebzig weiteren Seeräubern enthauptet. Die mittelalterlichen Freibeuter der Nord- und Ostsee nannten sich Vitalienbrüder. Zur Abschreckung wurden ihre Häupter übrigens auf Holzpflöcken am Elbeufer platziert. Das sollte Nachahmer abschrecken. Heute erinnert eine Bronzefigur von 1982 an Störtebeker. Die aber soll ihm, so neueste Erkenntnisse, nicht wirklich ähnlich sehen. (red)

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