OPEC will bis Ende 2004 Ölförderung um eine Million Barrel erhöhen

20. September 2004, 17:03
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Präsident Yusgiantoro will "Ordnung und Stabilität am Markt wieder herstellen" - OPEC-Ölpreis bleibt unter 40 Dollar - Exporte aus südlichem Irak wegen Anschlägen ausgesetzt

Jakarta - Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) will nach den Worten ihres Präsidenten Purnomo Yusgiantoro ihre Kapazitäten zur Ölförderung in den kommenden Monaten um eine Million Barrel pro Tag (bpd) ausweiten.

"Die OPEC wird alles tun, was sie kann, um am Markt Ordnung und Stabilität wieder herzustellen, mit einem vernünftigen Preis, der für Erzeuger und Verbraucher gleichermaßen akzeptabel ist", erklärte Purnomo am Montag. Derzeit habe das Kartell noch freie Förderkapazitäten für eine bis 1,5 Mio. Barrel täglich, die eine sofortige Erhöhung der Ölförderung erlaubten. "Außerdem planen die Mitgliedsländer - in Reaktion auf eine für die nahe Zukunft erwartete Zunahme der Nachfrage -, die Produktionskapazität zum Jahresende und bis ins Jahr 2005 hinein um rund eine Million Barrel täglich zu vergrößern."

Es gebe bereits Pläne für eine Kapazitätserweiterung, die schon bald umgesetzt werden könnten, hieß es in der schriftlichen Erklärung Purnomos, der auch indonesischer Öl-Minister ist. Allerdings könne auf neue Kapazitäten in der Regel erst nach 18 Monaten zurückgegriffen werden. Experten schätzen, dass die OPEC derzeit fast 30 Mio. Barrel am Tag und damit so viel wie seit 1979 nicht mehr fördert. In dem Kartell soll nur noch Saudi-Arabien über freie Kapazitäten verfügen. Wo die neuen Kapazitäten entstehen sollen, sagte Purnomo nicht.

Ölpreis wieder tiefer

Die Ölpreise lagen am Montag deutlich unter ihren in den vergangenen Wochen erreichten Höchstständen. Ein Barrel (knapp 159 Liter) US-Leicht-Öl kostete 43,30 Dollar und wurde damit mehr als sechs Dollar unter dem jüngsten Hoch von 49,40 Dollar gehandelt.

OPEC-Ölpreis bleibt unter 40 Dollar

Der sieben Sorten umfassende Korbpreis für Rohöl aus der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) bleibt vorerst unter der 40-Dollar-Marke. Das OPEC-Sekretariat in Wien gab am Montag den Korbpreis je Fass (159 Liter) mit 39,05 Dollar (32,3 Euro) für den vergangenen Freitag an, lediglich um 3 Cent mehr als am Donnerstag. Für die vergangene Woche errechnete sich somit ein durchschnittlicher Referenzpreis von 41,35 Dollar, um 0,60 Dollar weniger als in der dritten August-Woche.

Sabotage im Irak

Das weltweite Angebot an Rohöl kann zurzeit kaum mehr Schritt halten mit einer Nachfrage, die im höchsten Tempo der vergangenen 24 Jahre zulegt. Neben der hohen Nachfrage sorgen auch immer wieder Unterbrechungen der Ölexporte des Iraks für steigende Preise am Ölmarkt. Wegen Sabotage an Pipelines in dem Golfstaat förderte der Irak zuletzt nur 1,4 Mio. Barrel pro Tag anstatt der zuvor üblichen zwei Mio. Barrel.

Förderung im Südirak ruht offenbar eine Woche lang

Wie heute, Montag, bekannt wurde, sind im südlichen Irak wegen Sabotageakten alle Erdölexporte aus der Region ausgesetzt worden. Der Lieferstopp werde allem Anschein nach mindestens für eine Woche anhalten, erklärte ein ranghoher irakischer Beamter. (APA/Reuters)

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