Prozess um US-Kopfgeldjäger in Kabul erneut verschoben

2. September 2004, 12:01
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Drei US-Amerikaner wegen Entführung und Folter angeklagt

Kabul - Die für Montag vorgesehene Fortsetzung des Prozesses gegen den mutmaßlichen US-Kopfgeldjäger Jonathan Keith Idema in der afghanischen Hauptstadt Kabul ist erneut um zehn Tage verschoben worden. Wie Chefankläger Mohammed Nahim Daiwari der Nachrichtenagentur AFP sagte, gab das Gericht einer entsprechenden Bitte von zwei neuen Verteidigern in dem Verfahren gegen Idema und seine beiden Landsleute, Edward Caraballo und Brent Bennett, statt. Das afghanische Sondertribunal hatte den Prozess bereits am 16. und 23. August um jeweils eine Woche vertagt.

Laut Idema, der in Anlehnung an die Tora-Bora-Höhlen im afghanisch-pakistanischen Grenzgebirge auch "Tora-Bora-Jack" genannt wird, war US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld vollständig über die Aktivitäten des Trios zur Jagd auf Terrorverdächtige in Afghanistan unterrichtet. Die US-Regierung dementierte dies, die US-Armee räumte später jedoch Kontakte zu den drei US-Bürgern ein. Die multinationale Afghanistan-Schutztruppe ISAF gab zu, Idema bei drei seiner "Operationen" unterstützt zu haben, weil sie ihn für ein Mitglied der US-Sondereinsatzkräfte gehalten habe.

Die drei US-Bürger waren Anfang Juli unter dem Verdacht festgenommen worden, einen privaten Terror-Feldzug hinter dem Rücken der Behörden geführt zu haben. Sie sind wegen der Errichtung eines privaten Gefängnisses in Kabul, Entführung und Folter angeklagt. Offenbar wollten sie die millionenschweren Kopfgelder kassieren, welche die USA auf Mitglieder des El-Kaida-Netzwerkes von Osama bin Laden aussetzten. Im Falle ihrer Verurteilung drohen den Angeklagten Haftstrafen von bis zu 20 Jahren. (APA)

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