SPÖ plant Anfrage zu Bestellung Heckes

8. September 2004, 13:52
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Contrast-Gutachten über Asfinag-Management soll thematisiert werden - Asfinag weist SP-Kritik an Management zurück

Wien - Die SPÖ wird den möglichen Wechsel von Asfinag-Chef Walter Hecke in den Vorstand der neuen ÖBB-Holding nun auch im Parlament thematisieren. In der Sondersitzung morgen, Dienstag, wird SP-Rechnungshofsprecher Günther Kräuter eine parlamentarische Anfrage an Verkehrsminister Hubert Gorbach einbringen. Kräuter zweifelt an den Management-Fähigkeiten Heckes und verweist auf ein Gutachten des Beratungsunternehmens Contrast, welches im April 2004 bei der Asfinag für Aufregung gesorgt hatte.

"Strategische Ausrichtung fehlt"

Demnach mangle es bei der Straßenfinanzierungsgesellschaft am Controlling, eine fundierte strategische Ausrichtung fehle. Außerdem werde ein funktionierendes Berichtswesen vermisst und das Management habe keinen Überblick über den Gesamtkonzern, so die Gutachter damals. Das Papier war von der Asfinag selbst in Auftrag gegeben worden.

Bevor Gorbach "seinen FPÖ-Parteifreund Hecke" nun in die Holding-Spitze der ÖBB hieve, solle die breite Öffentlichkeit über diese "Managementqualitäten" informiert werden, so Kräuter ironisch. "Dagegen sind selbst die 'ÖIAG-Privatisierungsexperten' Michaelis und Wieltsch noch Leuchten", meint der SP-Politiker. In der Anfrage möchte er von Gorbach wissen, ob ihm das Contrast-Gutachten bekannt ist und ob er nun als Konsequenz das Asfinag-Management abberufen wird.

Asfinag weist Kritik zurück

Die Asfinag weist die Kritik zurück. Das von Kräuter ins Treffen geführte Contrast-Gutachten sei nicht auf die Tätigkeit des Vorstandes gemünzt gewesen, sondern habe sich mit der Werkvertragsregelung der Asfinag mit den Bundesländern beschäftigt, so Sprecher Marc Zimmermann am Montag gegenüber der APA. Für ihn geht die SP-Kritik daher ins Leere.

Unter dem von Kräuter kritisierten Asfinag-Chef Walter Hecke sei es seit 2001 zu einer Verdoppelung der Einnahmen, einer Verdreifachung des Bauvolumens und einer Erhöhung der Verkehrssicherheit gekommen, so Zimmermann. Das Contrast-Gutachten sei für die Asfinag "Startschuss" zur Umorganisation mit Anfang 2006 gewesen. Bisher hätten die Länder im Rahmen der Werkverträge eine pauschalierte Vergütung bekommen. Diese Werkvertragssituation sei von Contrast bemängelt worden, weshalb der Asfinag-Vorstand diese auch gekündigt habe, so Zimmermann.

"Weder FPÖ-Mitglied noch aktiv in der Partei"

Er wies auch die SP-Kritik zurück, wonach Verkehrsminister Hubert Gorbach (F) Hecke wegen dessen FP-Nähe in die Holding-Spitze der ÖBB hieven wolle. Hecke sei weder FPÖ-Mitglied noch aktiv in der Partei tätig, meinte Zimmermann. Bei der Holding-Bestellung sei nun der Aufsichtsrat am Zug. (APA)

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