Swisscom kämpft um "letzte Meile"

7. September 2004, 10:48
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Alder gegen Entbündelung bei Glasfaserkabel - Swisscom-Konkurrenten sollen zu Technologie-Investitionen gezwungen werden

Der Schweizer Telekom-Rise Swisscom will das Monopol auf die so genannte letzte Meile nicht kampflos aufgeben. Konzernchef Jens Alder hat deshalb in einem Brief an den Nationalrat einen Kompromiss gefordert.

Öffnung

Lediglich das Kupferkabel des Festnetz-Hausanschlusses soll vollständig für Konkurrenzfirmen geöffnet werden, wie Alder vorschlägt. Die Öffnung aller Netze sei dagegen nicht akzeptabel.

Ausnutzung?

Es gelte, den Trittbrettfahrer-Unternehmen den Riegel vor zu schieben, die nicht selber in Netze investierten, sagte Swisscom-Sprecher Sepp Huber und bestätigte entsprechende Medienberichte.

Alder wehrt sich gegen den Vorschlag der Nationalratskommission, die Entbündelung auf neue Technologien wie Mobilfunk oder drahtlose Breitbandnetze auszudehnen. Es gehe nicht an, dass die Swisscom teure Glasfaser- und Mobilfunknetze baue und diese dann den Konkurrenten zu staatlich festgelegten Bedingungen zur Verfügung stellen müsse.

Zwang

Mit dem von Alder vorgeschlagenen Kompromiss wären die Konkurrenten für höherwertige Dienste selber zu Investitionen gezwungen, sagte Huber weiter.

Auch die Nationalratskommission will der Swisscom-Konkurrenz den Zugang zu den Telefon-Hausanschlüssen nur öffnen, wenn diese in moderne Technologien investiert. Allerdings ist diese Bestimmung für die Swisscom zu vage. Die Öffnung der letzten Meile wird voraussichtlich in der Herbstsession behandelt. (APA)

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