Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Deutsche Bahn-Chef

20. September 2004, 11:08
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Untreue-Vorwurf wegen 5.000-Mark-Spende von 2001

Berlin/Hamburg - Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen einer Parteispende aus dem Jahr 2001 gegen Bahn-Chef Hartmut Mehdorn.

Der Sprecher der Anklagebehörde, Michael Grunwald, bestätigte in Berlin einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel", wonach die Staatsanwaltschaft sich für eine Wahlkampfspende von 5.000 DM (2.556 Euro) interessiert, die Mehdorn für seine Teilnahme an einem Sponsoring-Essen zu Gunsten des damaligen SPD-Kandidaten für das Amt des Berliner Regierenden Bürgermeisters, Klaus Wowereit, gezahlt hatte. Dazu hatte die Anklagebehörde bereits in der vergangenen Woche die Büros von Mehdorn im Bahn-Tower am Potsdamer Platz in Berlin durchsuchen lassen.

Spende auch an die CDU

Geprüft wird nach Angaben des Sprechers, ob mit der Zahlung der Wahlkampfspende für den heutigen Regierenden Bürgermeister Berlins und ihrer Verbuchung der Tatbestand der Untreue erfüllt sei. Laut "Spiegel" hatte Mehdorn einen Monat nach dem Dinner für Wowereit auch der CDU eine Spende von 5000 Mark zukommen lassen. Laut Staatsanwaltschaft sei es aber nicht Aufgabe des Staatskonzerns Deutsche Bahn, Parteien zu alimentieren. (APA)

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