Verdi-Vorstand warnt vor TUI-Zerschlagung

8. September 2004, 12:56
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Gewerkschaft warnt vor Spekulantentum

Frankfurt - Verdi-Vorstandsmitglied Jan Kahmann hat vor einer Zerschlagung des Touristikkonzerns TUIgewarnt. "Es wäre eine Schande, wenn die TUI gerade jetzt, wo sie beginnt, ordentlich Tritt zu fassen, in die Hände von Spekulanten fallen würde", sagte Kahmann in einem Interview der "Welt am Sonntag".

In den vergangenen Wochen hatte es immer wieder Spekulationen gegeben, TUI könne von einem Finanzinvestor übernommen und zerschlagen werden. Allerdings hatte WestLB-Chef Thomas Fischer vorige Woche in einem Interview gesagt, die Bank werde ihren 31,3-prozentigen Anteil an dem Reisekonzern nicht an so genannte Geier-Fonds verkaufen, die TUI nicht als Ganzes erhalten wollten.

"Keine Anhaltspunkte für Zerschlagung"

Kahmann, der zugleich stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der TUI ist, sagte, dass es aus Sicht der Arbeitnehmerseite derzeit keine konkreten Anhaltspunkte für eine Zerschlagung gebe. "Das können wir auch derzeit nicht beurteilen, mit wem die WestLB bisher gesprochen hat. Und das können die Vertreter der Arbeitnehmer im TUI-Aufsichtsrat auch nicht beeinflussen. Das bleibt Sache der WestLB", sagte er.

Kahmann bekräftigte aber zugleich seine ablehnende Haltung gegenüber einer möglichen Zerschlagung. "Wir halten es für wichtig, dass TUI sich auf dem jetzigen Weg mit seinen zwei Säulen Touristik und Logistik weiter entwickeln kann." Der TUI-Konzern dürfe durch den Aktienverkauf der WestLB in seinem Kurs nicht gefährdet werden. (APA/Reuters)

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