US-Call-Center werden ins Ausland verfrachtet

7. September 2004, 10:49
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140.000 Arbeitsplätze wandern nach Kanada ab

Mehr als 140.000 Arbeitsplätze im Call Center-Bereich werden in den nächsten vier Jahren von der Bildfläche der Vereinigten Staaten verschwinden, da die Unternehmen auf billigere Varianten des Kundenservices umsteigen wollen. Sie wollen ihre Arbeit unter anderem nach Kanada verfrachten, da dort weniger Arbeitskosten anfallen, berichtete eine Studie von Datamonitor.

Absenken

In der Studie prognostizieren die Marktforscher, dass 2008 die Zahl der US-Call-Center um sechs Prozent von derzeit 50.600 auf 47.500 sinken wird. Gleichzeitig werden in Kanada 80 neue Unternehmen mit rund 93.000 neuen Arbeitsplätzen für Telefonisten entstehen. Laut Studie profitiert zukünftig aber nicht nur Kanada von der Call-Center-Migration, da die US-Unternehmen auch in Indien, Mexiko und auf den Philippinen Zentralen eröffnen. Die große Anzahl an englisch-sprachigen Arbeitskräften und die niedrigen Arbeitslöhne im Vergleich zu den Vereinigten Staaten wecken das Interesse der US-Unternehmen an den neuen Standorten.

Beschränkungen

Der Arbeitsplatzmangel in den Call Centern entsteht einerseits durch die neuen Technologien und andererseits durch die Einführung der "Do not Call"-Liste in diesem Jahr, wodurch Telefonverkaufs-Kampagnen sehr beschränkt werden. Hightech-Call-Center-Systeme, die dem Anrufer erlauben seine Rechnungen zu bezahlen oder seine Adresse zu ändern, ohne mit einem Telefonisten sprechen zu müssen, bedeuten für die Unternehmen, dass sie weniger Arbeitskräfte benötigen um ihre Call Center stabil zu halten.

Laut einer früheren Datamonitor-Studie verlagern auch die Betriebe in Großbritannien ihre Call Center. Neue Zentralen werden in Osteuropa, vor allem in der tschechischen Republik, Ungarn, Rumänien und Nordafrika entstehen. (pte)

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