Rumsfeld muss nicht bei Anhörung aussagen

13. September 2004, 09:56
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Prozess gegen US-Soldatein Lynndie England sicher - Zeugenvernehmung bei Vorverhandlung beendet

Washington - Nach ihrer Anhörung im Misshandlungsskandal von Abu Ghraib muss die US-Soldatin Lynndie England mit einem Prozess vor einem Militärgericht rechnen. Eine Militärrichterin beendete am Dienstag in Fort Bragg (US-Bundesstaat North Carolina) die Vernehmung von 26 Zeugen bei der Vorverhandlung. Die Richterin lehnte die Anträge der Verteidigung ab, Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, Vize-Präsident Dick Cheney, vier hochrangige Generäle sowie irakische Misshandlungsopfer vorzuladen.

Es wird erwartet, dass die Militärrichterin innerhalb einer Woche eine Prozesseröffnung gegen England vor einem Militärgericht empfehlen wird. Auch der Anwalt der Soldatin rechnet mit der Eröffnung des Verfahrens.

Haftstrafen bis zu 38 Jahren möglich

Der 21-jährigen Wachsoldatin werden bisher 19 Straftaten zur Last gelegt. Sie muss im Fall einer Verurteilung mit einer Haftstrafe von bis zu 38 Jahren rechnen. Da die Soldatin im achten Monat schwanger ist, wird mit Prozessbeginn nicht vor kommendem Jahr gerechnet. England gehört zu einer Gruppe von sieben US-Wachsoldaten, die sich vor der Justiz verantworten muss. Wegen ihrer Posen mit nackten irakischen Häftlingen ist England zum weltweiten Symbol für den Misshandlungs- und Folterskandal im US-Militärgefängnis von Abu Ghoreib bei Bagdad geworden.

Während der sieben Anhörungstage war die Strategie der Verteidigung ins Wanken geraten, wonach die 21-Jährige auf Befehl von Armeeermittlern und Geheimdienstmitarbeitern gehandelt habe. Ein Kamerad Englands sagte aus, dass die Soldatin willige Teilnehmerin an den Misshandlungen gewesen sei und sich dabei amüsiert habe. In zwei Untersuchungsberichten des Pentagons wurde bereits in der vergangenen Woche die Armeeführung wegen mangelnder Aufsichtspflicht und Führungskraft kritisiert. Knapp 50 Armeeangehörige, Nachrichten- Geheimdienstmitarbeiter und Sanitäter sollen direkt an Misshandlungen beteiligt gewesen sein oder davon gewusst haben. (APA/dpa)

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