Maria Altmann fordert Wiener Palais zurück

3. September 2004, 12:35
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1943 übernahm die Deutsche Reichsbahn das Palais des nach Zürich geflüchteten Großindustriellen Ferdinand Bloch-Bauer

Wien - Im Juni 1943 übernahm die Deutsche Reichsbahn das Wiener Palais des nach Zürich geflüchteten Großindustriellen Ferdinand Bloch-Bauer: Es stellte, so die Gestapo, keinen Vermögenswert dar, da es "durch die Judenvermögensabgabe weit überbelastet" gewesen sei. Seit dem Ende des Dritten Reichs sind die Österreichischen Bundesbahnen in Besitz der Immobilie Elisabethstraße 18. Die in Los Angeles lebende Bloch-Bauer-Nichte Maria Altmann stellte nun beim Allgemeinen Entschädigungsfonds einen Antrag auf Restitution.

Die Schiedsinstanz des Fonds prüft Anträge auf Rückgabe "arisierter" Liegenschaften und Immobilien, die sich im Besitz des Bundes oder einer bundeseigenen Organisation befinden. Sie entschied bisher in drei Fällen negativ, empfahl aber die Rückgabe eines Palais in der Weihburggasse, in dem das Arbeitsmarktservice untergebracht ist.

Mit der Causa Bloch-Bauer wird sich der Ministerrat am Dienstag befassen. In dem Palais hingen u. a. sechs Gemälde von Gustav Klimt, die seit der NS-Zeit in Besitz der Österreichischen Galerie sind: Maria Altmann kämpft seit Jahren um die Rückgabe der Bilder; das US-Höchstgericht akzeptierte, wie berichtet, eine Klage gegen die Republik in den USA. (trenk/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30. 8. 2004)

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