Wirtschaftsforscher sehen gute Aussichten für Ostdeutschland

20. September 2004, 16:47
2 Postings

"Kluft zwischen Ost und West wird sich schließen"

Berlin - Die Konjunkturperspektiven für Ostdeutschland sind nach Ansicht von Wirtschaftsforschern besser als angenommen. Laut Berliner "Tagesspiegel am Sonntag" sagte Joachim Ragnitz vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle: "Die Lage ist gar nicht so schlecht, wie sie derzeit dargestellt wird." Vor allem Städte wie Leipzig, Dresden oder Chemnitz hätten großes Wachstumspotenzial sowohl durch Tourismus als auch Branchen wie Chip-, Automobil- und Maschinenbauindustrie.

Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise wurde mit den Worten zitiert: "Die Industrie läuft seit geraumer Zeit besser als im Westen, das Wachstum ist stärker. Jetzt entsteht eine gute Basis für die Zukunft, die viele Zulieferer und Dienstleister anzieht und die Region wettbewerbsfähiger macht." In den kommenden Jahren werde sich die Kluft zwischen Ost und West schließen. Die Lohnkosten seien günstig, die Immobilien billig, die Lebenshaltungskosten mäßig. "Deshalb wird es hier in den kommenden Jahren deutlich mehr Investitionen geben."

Die Hartz-Reformen würden nicht nur Belastungen bringen, meinte Geschäftsführer Marcel Thum vom Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung in Dresden. "Es wird auch Gewinner geben, denn die Leute kommen demnächst schneller wieder in Arbeit." Vor allem für gering Qualifizierte würden im Dienstleistungsbereich neue Chancen entstehen. (APA/AP)

Share if you care.