Zertifikate machen Fondsanbieter nervös

14. September 2004, 20:04
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Wendige und kostengünstige Vehikel beliebt

Frankfurt - In Deutschland entscheiden sich immer mehr Anleger für Zertifikate, die im Gegensatz zu Investmentfonds nicht aktiv verwaltet werden, sondern einen Index oder eine vorher festgelegte Investmentstrategie abbilden. Inzwischen haben Anleger etwa 30 Mrd. Euro in Zertifikate investiert, das sind rund 50 Prozent mehr als noch vor einem Jahr, berichtet das Deutsche Derivate Institut in Frankfurt.

Dagegen haben deutsche Anleger in den ersten sieben Monaten des Jahres knapp 1,9 Mrd. Euro aus Aktienfonds abgezogen. Das macht die Fondsanbieter nervös, denn Zertifikate sind für den Anleger kostengünstiger und bringen den Banken deutlich weniger Gebühren als Fonds, haben keine Ausgabeaufschläge und Verwaltungsspesen.

Auch in Österreich berichtet der Marktführer bei Zertifikaten, RCB, von stark anwachsendem Interesse. "Wir haben bei Aktien- und Geldmarktfonds in diesem Jahr Abflüsse gehabt", sagte Dirk Digenhardt, Leiter Produktmanagement bei der DekaBank Deutsche Girozentrale, Deutschlands zweitgrößtem Fondsanbieter.

"Es ist ein Geschäft mit niedrigen Margen", räumt Florian Brechtel, Analyst bei der Deutschen Bank, ein. "Es zahlt sich aber aus, weil die Handelsvolumina riesig sind." (Bloomberg, red, Der Standard, Printausgabe, 30.08.2004)

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