Militär tötet 21 rechtsextreme Paramilitärs

1. September 2004, 15:25
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Heftige Kämpfe zwischen Rebellen um Kontrolle über Drogenschmuggel - FARC tötet Bürgermeister

Bogota - Das kolumbianische Militär hat nach eigenen Angaben bei Kämpfen im Osten des Landes mindestens 21 Mitglieder der extrem rechten Paramilitärs (AUC) getötet. Die Gefechte hätten in der Gemeinde Villanueva in der Provinz Casanare stattgefunden, teilte ein Militärsprecher am Freitag weiter mit.

In dieser Region sollen sich nach Angaben von Lokalpolitikern und Abgeordneten rivalisierende Fraktionen der rechten "Einheiten zur Selbstverteidigung Kolumbiens" (AUC) in den vergangenen Monaten heftige Kämpfe um die Kontrolle der Routen für den Drogenschmuggel geliefert haben. Dabei sollen nach diesen unbestätigten Angaben mehr als 1.000 Menschen getötet worden sein.

Massengräber

Die Leichen seien in Massengräbern verscharrt worden, sagte der oppositionelle Kongressabgeordnete Gustavo Petro. An einer Stelle seien allein 580 Tote mit Hilfe von Bulldozern mit Erde bedeckt worden. Andere Opfer seien auf Krokodilfarmen verfüttert worden.

Bürgermeister ermordet

Unterdessen brachten mutmaßliche linke FARC-Rebellen den Bürgermeister der Gemeinde Chameza, Luis Alberto Zorro, und einen weiteren Lokalpolitiker um. Zorro und das andere Opfer seien am Freitag auf dem Weg zu einem regionalen Treffen von Bürgermeistern zunächst verschleppt und später von den Entführern getötet worden, bestätigten die Behörden. Nach offiziellen Angaben wurden in den vergangenen drei Jahren landesweit mehr als 50 Bürgermeister umgebracht.

Kolumbien leidet seit 40 Jahren unter einem bürgerkriegsähnlichen Konflikt, bei dem linke Rebellen den Staat sowie die illegalen rechten Paramilitärs bekämpfen. Oft geht es jedoch auch um die Kontrolle des lukrativen Drogenschmuggels, bei dem jeder gegen jeden stehen kann. (APA/dpa)

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