Russische Justiz gab Rubens-Gemälde frei

3. September 2004, 12:35
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"Tarquinius und Lucretia" wandert von Potsdam in die Eremitage

Moskau - Die Gemäldegalerie Potsdam hat im Rechtsstreit mit Russland um die Rückgabe des Gemäldes "Tarquinius und Lucretia" von Peter Paul Rubens (1577-1640) einen Rückschlag erlitten. Laut dem Moskauer Geschäftsmann Wladimir Logwinenko habe die russische Jusitz das zeitweise beschlagnahmte Meisterwerk ihm als rechtmäßigem Eigentümer zurückgegeben. Er selbst habe das Bild am Freitag dem Museum Eremitage in St. Petersburg zur Ausstellung übergeben.

Das Gemälde gehörte bis 1942 der Gemäldegalerie Potsdam und war zu Kriegsende 1945 von einem russischen Soldaten in die Sowjetunion gebracht worden. Logwinenko ist in Moskau dritter Besitzer des Bildes. Die Staatsanwaltschaft Potsdam hatte 2003 gegen Logwinenko ein Verfahren wegen Hehlerei eingeleitet, als dieser versuchte, den Rubens über Mittelsmänner der Gemäldegalerie zurückzuverkaufen. Im Rahmen der Amtshilfe beschlagnahmte die russische Justiz das Gemälde, gab es jetzt aber frei.

Logwinenko sagte, er habe in Potsdam offiziell die Einstellung des Verfahrens beantragt. Deutschland betrachtet das Gemälde als Diebesgut und fordert von Russland eine bedingungslose Rückgabe. (APA/dpa)

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