Legia Warschau-Trainer steht unter Druck

15. September 2004, 14:33
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Austrianer Gilewicz soll Videos seiner Landsleute besorgen

Warschau/Wien - Im UEFA-Cup kommt es schon vor dem ersten Oktober-Treffen zur WM-Qualifikation zur Begegnung des österreichischen mit dem polnischen Fußball. Das Los führte am Freitag im Grimaldi-Forum in Monte Carlo Austria Magna und Legia Warschau in der ersten Hauptrunde am 16. bzw. 30. September zusammen. Angesichts Kaliber wie AC Parma, Real Saragossa oder Benfica Lissabon, die sich ebenfalls im Austria-Topf der Gesetzten befunden hatten, sind die Polen in Reichweite.

"Nicht unglücklicher" Kronsteiner

"Ich bin mit unserem Gegner nicht unglücklich. Die Aufstiegschancen stehen in etwa 50:50", meinte denn auch Teammanager Günter Kronsteiner und Trainer Lars Söndergaard pflichtete seinem Chef bei: "Wir dürfen nicht unzufrieden sein, müssen uns nur Etwas trauen, die Aufgabe ist lösbar." Legia steht ab sofort unter violetter Beobachtung. Rado Gilewicz soll aus seiner Heimat Videos besorgen, zum Liga-Spiel am Sonntag (16 Uhr) in Warschau gegen Cracovia wird ein Spion entsendet.

Darek Kubicki, der Trainer der Hauptstädter, steht bereits in der vierten Runde mit dem Rücken zur Wand. Die Vereinsverantwortlichen haben ihm vor dem UEFA-Cup-Rückspiel gegen den allerdings sehr schwachen FC Tiflis (6:0 nach 1:0 auswärts) ein Ultimatum gestellt, das da lautete. Die ersten zwei Spiele müssen gewonnen werden. Gelingt es den Ex-Internationalen nicht, gegen den aktuellen Tabellensechsten (eine Niederlage, zwei Remis 3:2 Tore, fünf Punkte) zu siegen, steht er vor der Ablöse durch Ex-Teamchef Jazek Gmoch.

Abwehr mit Libero

Kubicki hatte Legia vor einem Jahr übernommen, den siebenfachen Meister (zuletzt 2002) heuer nur auf den vierten Platz sowie ins Cupfinale geführt, dort aber gegen Lech Posen durch ein 1:0 und 0:2 auch keinen Titel geholt. Vor Beginn der laufenden Saison hatte der 44-Jährige auf das 4-4-2-System umgestellt. Weil es aber bisher nicht nach Wunsch klappte, wird er am Sonntag wahrscheinlich wieder zur Abwehr mit Libero zurückkehren.

Kiebitze schätzen die Warschauer schwächer als in der vorigen Saison sein. Regisseur und Ideengeber Alex Vukovic hat nämlich im Sommer zu hoch um einen neuen Vertrag gepokert und verloren. Der Serbe soll Angebote aus Deutschland gehabt haben, steht jetzt aber ohne Verein da. Neue Spieler sollen erst im Winter kommen. Der neue Sponsor, eine private TV-Station, hatte zuerst helfen müssen, die Vereinsschulden von rund fünf Millionen Euro zu tilgen.

37-jähriger Abwehrchef

Legia, 1964/65 in der ersten Cupsieger-Europacup-Runde gegen VfB Admira 3:1 und 1:0 erfolgreich, ist siebenfacher Meister (zuletzt 2002) und zwölffacher nationaler Cupsieger (1997). Stars sind Teamkeeper Artur Boruc (24 Jahre), der 37-jährige Abwehrchef Jacek Zielinski, der mit dem gleichaltrigen Marek Juzwik die älteste Verteidigung der Liga bildet, sowie Stürmer Marek Saganowski und Piotr Wlodarczyk.

Österreich liegt im Europacup-Vergleich mit den Polen 2:6 in Rückstand, für die zwei "Punkte" sorgten bisher Wacker Innnsbruck 1978/79 (gegen Zaglebie Sosnowitz) und Admira 1994/95 (gegen Gornik Zabrze). Die Austria hat keine guten Erinnerung an das junge EU-Mitglied. 1963/64 schieden die Wiener mit dem Gesamtscore von 2:3 gegen Gornik Zabrze in der ersten Meistercup-Runde aus. (APA)

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