"Heiße" Mandelentfernung erhöht Blutungsrisiko

2. September 2004, 12:47
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Britische Studie empfiehlt weitere Überprüfung ihrer Ergebnisse

London - Bei der Entfernung der Mandeln erhöhen heiße Techniken wie Diathermie oder Coblation das Blutungsrisiko. Zu diesem Schluss kommt eine Studie im Auftrag des britischen Gesundheitsministeriums, die die thermischen Verfahren mit den traditionellen Methoden verglich. Die Diathermie nutzt hochfrequente elektrische Ströme bei 400 bis 600 Grad, bei der Coblation beträgt die Temperatur 60 bis 70 Grad.

Die Daten von 12.000 Patienten ergaben, dass durchschnittlich bei 3,3 Prozent der Operationen innerhalb von vier Wochen Blutungen auftraten, wobei das Blutungsrisiko bei der Diathermie teilweise um das Dreifache höher lag als bei den traditionellen "kalten" Verfahren. Generell hatten Erwachsene ein höheres Blutungsrisiko als Kinder, und Blutungen waren nach Eingriffen jüngerer Mediziner häufiger als nach Operationen durch erfahrene Chirurgen.

Dennoch raten die Forscher im Magazin "The Lancet" nicht grundsätzlich von den "heißen" Techniken ab, sondern empfehlen, die Ergebnisse ihrer Studie in weiteren Untersuchungen zu überprüfen. (APA/AP)

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