Motivationsprogramm für Bypass-Patienten

2. September 2004, 12:47
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Stopp der Gefäßverkalkung durch Änderung des Lebensstils

Würzburg - Ein spezielles Motivationsprogramm soll künftig Herzpatienten nach einer Bypassoperation helfen, ihren Lebensstil zu ändern. Das von dem Psychologen Jens-Holger Krannich an der Würzburger Universitätsklinik für Herz- und Thoraxchirurgie entwickelte Konzept zielt darauf ab, Risikofaktoren wie Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, sportliche Untätigkeit, Stress und Depression zu minimieren. Damit kann nach seinen Angaben ein weiteres Fortschreiten der Gefäßverkalkung gestoppt werden.

Der für sein Projekt von der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Effektivität von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausgezeichnete Mediziner bereitet die Bypass-Patienten auf ihre Rehabilitation in Einzelgesprächen und mit einem wöchentlichen Vortrag vor. Ein wichtiger Faktor ist nach Angaben des Psychologen, die Familie in den Genesungsprozess einzubeziehen.

Jährlich unterziehen sich weltweit etwa eine Million Menschen einer Bypass-Operation. Der Eingriff gilt für viele Risikopatienten als letzte Rettung vor einem Infarkt. Bei den Betroffenen haben sich Fett und Kalk an Gefäßwänden abgelagert. Die Adern sind verengt, und das Blut kann nur schwer zum Herzen fließen. Mit Hilfe einer Art Umgehungsstraße wird die verengte Stelle des Herzkranzgefäßes überbrückt und der gehemmte Blutfluss zum Herzen künstlich wiederhergestellt. (APA/AP)

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