Ältere Menschen erhalten häufig ungeeignete Medikamente

2. September 2004, 12:47
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US-Studie: Präparate mit teils erheblichen Nebenwirkungen

New York - Ärzte verordnen älteren Menschen häufig ungeeignete Medikamente. Wie eine US-Studie ergab, erhalten gerade Senioren oft Präparate, die in dieser Altersgruppe mit teils erheblichen Nebenwirkungen einhergehen. In einer Sammelstudie analysierten Mediziner der Durham-Universität im Staat North Carolina die Medikationen für mehr als 765.000 Patienten im Alter über 65 Jahre.

21 Prozent der Patienten nahmen Medikamente ein, die auf der so genannten Beers-Liste stehen. Darin sind diejenigen Medikamente aufgeführt, die wegen ihrer Nebenwirkungen für ältere Menschen ungeeignet sind. Mehr als 15 Prozent der Patienten nahmen zwei auf dem Index befindliche Medikamente ein, und vier Prozent drei oder mehr Präparate. Besonders häufig verschrieben wurden auf die Psyche wirkende Mittel wie etwa Doxepin und Amitriptylin.

"Sorgen über die Kosten potenziell ungeeigneter Medikamente sind gerechtfertigt, aber die potenziellen Kosten von mit diesen Mitteln verbundenen Nebenwirkungen sind von noch größerem Interesse", sagte der Untersuchungsleiter Lesley Curtis dem "British Medical Journal". Dieses Gebiet sei eindeutig noch nicht ausreichend untersucht. (APA/AP)

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