Frankreich nimmt kopiergeschützte CDs ins Visier

12. September 2004, 11:53
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Untersuchungen bei Fnac und EMI France

Französische Behörden haben eine Untersuchung von kopiergeschützten CDs des Musikhändlers Fnac und der EMI France eingeleitet. Zahlreiche Konsumenten beschwerten sich bei der französischen Konsumenten-Gruppe UFC-Que Choisir über CDs, die von verschiedenen Geräten nicht gelesen werden können. HiFi-Systeme, PCs und auch Auto-Stereoanlagen sollen von dem Problem betroffen sein, berichtete der Branchendienst Cnet.

Probleme

Bereits im September 2003 informierte UFC französische Aufsichtsbehörden über derartige Probleme. Nach einer Überprüfung von Konsumenten-Beschwerden und der Durchführung eigener Tests durch die Direktion für Wettbewerb, Verbrauch und Betrugsbekämpfung (DDCCRF) wurde eine richterliche Untersuchung bei EMI und Fnac angeordnet.

Gefängnisstrafen von bis zu zwei Jahren

Laut UFC-Anwältin Sandra Woehlin können Angestellte der beiden Unternehmen zu Gefängnisstrafen von bis zu zwei Jahren verurteilt werden. Auch Geldstrafen von ungefähr 45.000 Dollar sind möglich. Die französischen Maßnahmen zählen zu den bisher schärfsten Aktionen gegen Kopierschutz-Technologien, die in Europa unternommen wurden. UFC fordert außerdem, dass die betroffenen CDs vom Markt genommen werden. "CDs sollten von jedem Gerät, das den gültigen Standards entspricht, gelesen werden können", erläuterte Woehlin.

Befürchtungen

Kopierschutz-Technologien sollen verhindern, dass Konsumenten CD-Kopien erstellen und als MP3 über das Internet versenden können. Derartige DRM (Digital-Rights-Management)-Technologien führten allerdings nicht nur zu Problemen beim Abspielen. Konsumenten fürchten, dass ihnen dadurch auch die Möglichkeit genommen wird, persönliche Sicherheitskopien zu erstellen. Dies ist nach den Kopierschutzrichtlinien in Frankreich durchaus erlaubt.

Nichts Böses

Hinter der Installation von Anti-Kopier-Technologie hätten sich keine bösen Absichten verborgen, derartige Probleme wären auch nicht vorhersehbar gewesen, behauptete Fnac. Informations-Stellen für betroffenen Konsumenten wurden eingerichtet und auch Rückvergütungen wurden genehmigt. Die Anzahl der CDs mit derartigen Problemen sei außerdem sehr gering, ergänzte Fnac.

Nicht mehr eingesetzt

EMI wiederum behauptet, dass sein Anti-Kopier-System verbessert und gerichtlich überprüft wurde. Versionen, die zwischen Oktober 2002 und August 2003 verwendet wurden, seien schon mindestens ein Jahr nicht mehr eingesetzt worden, so EMI. Über Details der richterlichen Untersuchung will EMI nicht sprechen. (pte)

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