GPA-Kritik an Arbeitsbedingungen im Handel

10. September 2004, 13:15
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Wien - Die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) will die Arbeitsbedingungen der Handelsangestellten im Rahmen der Kollektivvertragsverhandlungen im Herbst verstärkt in den Mittelpunkt stellen, so die GPA anlässlich der jüngsten Vorwürfe gegen den Handelskonzern Rewe Austria (u.a. Billa, Merkur, Bipa) in einer Pressemitteilung. Eine reale Gehaltserhöhung und eine stärkere Berücksichtigung der unteren Einkommensbereich stehe im Vordergrund, so der für den Handel zuständige Wirtschaftsbereichssekretär Manfred Wolf.

Erhöhung der Sanktionen gefordert

Bei der Arbeitszeit gehe es darum, dass korrekte Arbeitszeitaufzeichnungen durch empfindliche Erhöhung der Sanktionen durchgesetzt werden. Grundsätzlich gehe es darum, dass der Missbrauch von Teilzeit- und geringfügiger Beschäftigung abgestellt wird. Wenn es dem Wunsch der Beschäftigten entspreche, müsse auch die Durchlässigkeit zu Vollarbeitsplätzen möglich sein.

Eine Wirtschaftsbranche, die in den letzten Jahren große Umsatzsteigerungen zu verzeichnen hatte, müsse ihren Mitarbeitern faire Arbeitsbedingungen bieten. Die Einhaltung von kollektivvertraglichen Normen sei dabei das mindeste, was man von den Handelsunternehmen verlangen muss. Die GPA werde in diesem Herbst vermehrte Anstrengungen unternehmen, den Beschäftigten ihre Rechte näher zu bringen und die Betriebsräte bei der Aufklärung der Angestellten unterstützen. Den betroffenen Beschäftigten rät die Gewerkschaft, sich nicht einschüchtern zu lassen, sondern die professionelle Unterstützung der Gewerkschaft zu suchen.

Praktiken haben System

Die in der gestrigen "Zeit im Bild 2" erhobenen Vorwürfe gegen österreichische Handelsunternehmen bestätigten Erfahrungen, die die GPA schon viele Jahre hindurch in weiten Teilen des Handels mache. Die aufgezeigten Praktiken hätten durchaus System. "Es gibt einen Kollektivvertrag und ein Arbeitsrecht, das auch für Unternehmen wie Rewe und Schlecker Gültigkeit hat", so GPA-Geschäftsbereichsleiter Karl Proyer. (APA)

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