Roboter für einsame Singles

3. September 2004, 10:40
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Soziale Kontakte zu künstlichen Existenzen sind ein zukunftsträchtiges Feld

Im Rahmen des Projekts "Waldi" (Wireless Artifical Living Dog Inspection) untersuchen Wissenschaftler der Universität Erfurt, unter welchen Bedingungen Menschen zu künstlichen Kommunikationspartnern enge soziale Beziehungen aufnehmen. Als künstliches Gegenüber fungiert der drahtlose Computerhund "Waldi", der zur dritten Generation der Sony AIBO-Roboter gehört.

Kombi

"Waldi kombiniert eine physische Hülle (Hardware) mit Verstand (die AIBO-MIND-Software), wodurch er sich bewegen, denken und lebensechte Attribute für Gefühl, Instinkt, Lernen und Wachstum zum Ausdruck bringen kann", erklärt Friedrich Krotz von der Universität Erfurt. Studierende werden in den nächsten Wochen "Waldis" Kommunikationsfähigkeit und den Kontaktaufbau zu Testpersonen genau beobachten und protokollieren.

Anhänglich

Sein "Zuneigungsinstinkt" und sein "Suchinstinkt" werden ihn laut Krotz immer wieder veranlassen, Kontakt zu Menschen aufzunehmen und ihn zu vertiefen. Wichtig ist natürlich auch sein "Ladeinstinkt", der sich durch das Bestreben bemerkbar macht, eine Stromquelle zum Laden seiner Akkus zu finden. Laut Krotz hat der Roboter auch "Bewegungs- und Schlafinstinkt", fast wie ein richtiger Hund. "Im Verlauf des Zusammenlebens wird Waldi noch weitere Verhaltensmuster entwickeln und lernen wie man sich beim Menschen so richtig beliebt macht", ist sich Krotz sicher.

Aussichtsreich

Die systematische Erforschung künstlicher Kommunikationsformen wird sich auf jeden Fall lohnen und sei ein zukunftsträchtiges Feld, meinen die Erfurter Wissenschaftler. So könnten Roboter für die Altenbetreuung gebaut werden oder als künstliche "Gefährten" für Kinder oder einsame Singles. Bisher hat Sony von den AIBO-Robotern weltweit etwa 50.000 Exemplare verkauft. Hinter dem großen Erfolg solcher Geräte und Programme (Tamagotchis) steht das Verlangen nach interaktiver und künstlicher Kommunikation. "Man könnte künstliche Kommunikation als Spielerei abtun, wenn sie nicht immer deutlicher in den Vordergrund träten", kommentiert Krotz. (Ende)

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