Grazer Bauunternehmen Kern in Konkurs

8. September 2004, 12:56
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148 Dienstnehmer und 200 Lieferanten betroffen - Weiterführung noch offen

Graz - Das traditionsreiche Grazer Bauunternehmen J. Kern & Co Baugesellschaft m.b.H. hat Konkurs angemeldet. Wie der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) am Freitag mitteilte, ist das Unternehmen mit rund 4,0 Mio. Euro überschuldet. Betroffen sind 148 Dienstnehmer und etwa 200 Lieferanten.

Die Baufirma Kern wurde im Jahr 1954 gegründet und bestand seit 1975 in der Rechtsform einer GmbH. geführt. Im Jahr 1995 starben der Firmengründer und der handelsrechtliche Geschäftsführer, worauf der Betrieb Mitbewerbern zum Kauf angeboten wurde. Schließlich wurden zwei Drittel der Gesellschaftsanteile von der Familie Narath übernommen, während ein Drittel der Anteile bei der Familie Kern verblieb.

Vier Millionen Euro Überschuldung

Von der Insolvenz sind 148 Dienstnehmer, 125 Arbeiter und 23 Angestellte betroffen. Zudem bestehen Verbindlichkeiten bei etwa 200 Lieferanten. Vom AKV wurde der Vermögensstatus mit 7,8 Mio. Euro Passiva und 3,8 Mio. Euro an Aktiva erhoben. In den letzten Jahren hat die Firma jährliche Umsätze zwischen 16 und 22 Mio. Euro erzielt.

Wie von den Kreditschützern ausgeführt wird, hat das Unternehmen bereits zum Zeitpunkt des Gesellschafterwechsels einen Bilanzverlust von rund 2,2 Mio. ausgewiesen. Vorübergehend gelang es, durch eine ertragsreiche Verwertung der nicht betriebsnotwendigen Liegenschaften und durch die Entwicklung von Eigenprojekten in der Folge zumindest ausgeglichene Ergebnisse zu erzielen.

Auf Grund der schlechten Wirtschaftslage in der Baubranche konnten jedoch in der Steiermark nicht mehr genügend Aufträge lukriert werden, so dass man im Vorjahr versuchte, in den Wiener und niederösterreichischen Raum zu expandieren - ein Vorhaben, dass sich in Folge starker Konkurrenz kostenintensiv gestaltete und schließlich zu erheblichen Verlusten geführt hat.

Ob eine Fortführung des Unternehmens möglich ist, ist noch nicht klar. Die monatlichen Fixkosten von derzeit zumindest 0,5 Mio. Euro müssten durch Kredite abgedeckt werden, ohne die das Unternehmen geschlossen werden müsste. Es soll jedoch bereits mehrere Interessenten geben, um die begonnenen Bauvorhaben fertig zustellen und um Schadenersatz- und Pönalforderungen zu vermeiden, so der Alpenländische Kreditiorenverband. (APA)

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