US-Börsenaufsicht straft Deutsche Bank

14. September 2004, 20:04
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SEC kassiert Millionen auf Grund von Aktienbewertungen der Research-Abteilung, die im Interesse der eigenen Investment-Abteilung waren

Washington - Nach schweren Vorwürfen der US-Börsenaufsicht SEC gegen Analysten der Deutschen Bank hat sich das Unternehmen zur Zahlung von 87,5 Millionen Dollar (72,3 Mio. Euro) bereit erklärt. Die SEC verdächtigt die Abteilung Research der Bank, Aktienbewertungen veröffentlicht zu haben, die von den Interessen der eigenen Investment-Abteilung beeinflusst waren. In einer Vereinbarung mit der SEC wird der Deutschen Bank eine vollständige Trennung der Bereiche Research und Investmentbanking auferlegt, wie die Börsenaufsicht in New York am Donnerstag mitteilte.

Untersuchung gegen zehn größte Wall-Street-Unternehmen

Eine ähnliche Vereinbarung wurde mit der US-Investmentbank Thomas Weisel Partners getroffen. Das deutlich kleinere Institut wird 12,5 Millionen Dollar an die SEC zahlen. Bereits vor einem Jahr hatte die Börsenaufsicht wegen mutmaßlicher Interessenkonflikte gegen zehn der größten Wall-Street-Firmen ermittelt, darunter Merril Lynch und J.P. Morgan Chase. Die zehn Firmen einigten sich mit der SEC auf Zahlung von insgesamt 1,4 Milliarden Dollar.

Die Vereinbarung gegen die Deutsche Bank verzögerte sich nach Angaben der Börsenaufsicht, weil das Institut den Ermittlern interne E-Mails zunächst nicht zur Verfügung stellte. Allein für dieses Versäumnis zahlt die Bank jetzt 7,5 Millionen der insgesamt 87,5 Millionen Dollar. Weder die Deutsche Bank noch Thomas Weisel Partners nahmen zu den Vorwürfen Stellung. (APA/AP)

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