Jeder Achte lebt in Armut

1. September 2004, 08:28
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Armutsrate steigt seit drei Jahren - Kerry sieht Beleg für Scheitern von Bushs Wirtschaftskurs

Washington - Jeder achte Einwohner der USA lebt in Armut. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Statistik der US-Zensusbehörde hervor. Demnach stieg die Zahl der Menschen, die unterhalb der Armutsgrenze leben, im vergangenen Jahr um 1,3 Millionen auf 35,9 Millionen. Dies entspricht einer Zunahme um 0,4 Punkte auf 12,5 Prozent. Es war das dritte Jahr in Folge, dass die Armut in den USA zunahm und die höchste Armutsrate seit 1998, als die Quote bei 12,7 Prozent lag. Die Armutsschwelle wird in der Statistik bei einem Jahreseinkommen von 18.810 Dollar (15.545 Euro) für eine vierköpfige Familie und von 9393 Dollar (7762,80 Euro) für eine alleinstehende Person angesetzt.

Jedes sechste Kind in Armut

Von den in den USA lebenden Kindern musste im vergangenen Jahr sogar mehr als jedes Sechste der Statistik zufolge in Armut leben. Die Zahl nahm um rund 800.000 auf 12,9 Millionen oder um 0,9 Punkte auf 17,6 Prozent zu. Die Zahl der Menschen ohne Krankenversicherung stieg um 1,4 Millionen auf 45,0 Millionen beziehungsweise um 0,4 Punkte auf 15,6 Prozent.

Der Präsidentschaftskandidat der oppositionellen Demokraten, John Kerry, zitierte die neuen Zahlen, um die Wirtschaftsbilanz von Präsident George W. Bush hart zu attackieren. Die Armutsstatistik bestätige das Scheitern der Bush-Regierung, erklärte er. Der republikanische Senator Judd Gregg konterte dies im Namen des Bush-Wahlkampfteams mit der Kritik, dass Kerrys Pläne "für höhere Steuern, wachsende Staatsausgaben und mehr Regulierungen" das falsche Rezept für die US-Wirtschaft seien. (APA)

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