Jemenitischer Häftling gesteht Al-Kaida-Mitgliedschaft

15. Mai 2005, 11:28
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Ali Hamza Ahmed Sulayman al Bahlul darf sich nicht selbst verteidigen

Guantanamo - Vor dem US-Militärtribunal in Guantanamo hat ein Häftling erstmals seine Mitgliedschaft im Terrornetzwerk Al Kaida gestanden. Der 33-jährige Ali Hamza Ahmed Sulayman al Bahlul aus dem Jemen bat bei seiner Anhörung am Donnerstag darum, sich selbst zu verteidigen. Der Leiter der Militärkommission, Oberst Peter Brownback, lehnte dies unter Hinweis auf die Vorschriften des Tribunals ab.

"So wahr Gott mein Zeuge ist, bin ich Mitglied der Al Kaida", sagte Al Bahlul. Die Vereinigten Staaten hätten keinen Druck ausgeübt, um ihn zu dieser Aussage zu bewegen. Al Bahlul wird von den Militäranklägern als "Schlüsselpropagandist" der Al Kaida bezeichnet, der in Videos die Ermordung von Amerikanern gefeiert habe.

Al Bahlul war der dritte von vier Terrorverdächtigen, der in dieser Woche vor dem Militärtribunal gehört wird. Der erste Häftling, Salim Ahmed Hamdan, lehnte es ab, sich zu der Anklage zu äußern. Hingegen erklärte sich am Mittwoch der Australier David Hicks für unschuldig. Die Kommission beschloss dennoch die Eröffnung eines Militärprozesses gegen den 29-Jährigen, der Ende 2001 in Afghanistan gefangen genommen worden war. Der Prozess soll am 10. Jänner beginnen. Im Falle eines Schuldspruchs droht ihm eine lebenslange Haftstrafe. Als vierter Guantanamo-Häftling muss sich der 1960 geborene Sudanese Ibrahim Ahmed Mahmud al Kosi vor dem Tribunal verantworten. (APA/AP)

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