Anonymität am Handy

1. September 2004, 11:32
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Neue Software stellt einmalige Pseudonyme bereit, die mit dem jeweiligen Netzbetreiber ausgehandelt werden

Wien - Möglichst viel erfahren, ohne Informationen über sich selbst preiszugeben, ist für viele Menschen ein Bedürfnis. Damit der Wunsch auch am Handy erfüllt werden kann, entwickelten die Experten des Forschungszentrums Telekommunikation Wien (ftw) eine neue Software, die auch bei "standortbasierenden mobilen Diensten" Anonymität gewährleistet. Der Trick dabei: einmalige Pseudonyme, die mit dem jeweiligen Netzbetreiber ausgehandelt werden.

Standortbasierende mobile Dienste - oder neuerdings: "Local Based Services" (LBS) - informieren einen Handy-Benutzer etwa über das Gastronomie-Angebot in seiner derzeitigen Umgebung. Der User stellt eine Anfrage, der Netzbetreiber, der ohnehin immer über den Standort des jeweiligen Handys informiert ist, liefert daraufhin die gewünschte Information. Allerdings könnten aus dem ganzen Datentransfer auch allerlei Informationen über Vorlieben des jeweiligen Handy-Benutzer gesammelt werden.

Anonymität von Vorteil

Um Missbrauch zu vermeiden, und auch LBS-Anbieter außerhalb der Netzbetreiber - Drittanbieter - attraktiv zu machen, wäre daher Anonymität des jeweiligen Handys von Vorteil. Die Technik, auf die die ftw-Experten setzen, lautet "einmalige Pseudonyme". Das bedeutet, dass der Drittanbieter nicht die wahre Identität oder Nummer des Anfragenden erfährt, sondern nur dessen temporäres Pseudonym. Nur der Netzbetreiber selbst kennt die Identität der lokalisierten Person und leitet die Information weiter.

Da bei jeder Anfrage ein neues Pseudonym vergeben wird, können von der Anwendung auch keine Verhaltensmuster ermittelt werden. Um das System zu realisieren, muss das Verfahren sowohl im mobilen Endgerät des Benutzers als auch beim Netzbetreiber implementiert werden. (APA)

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