Betriebsrat befürchtet Mobilkom-Verkauf

8. September 2004, 14:15
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Mitarbeiterbeteiligung von zehn Prozent gefordert - VA Tech "abschreckendes Beispiel"

Wien - "Der Staat soll sich zu seiner Rolle als Kleinaktionär bekennen", forderte am Donnerstag Telekom Austria-Betriebsrat Michael Kolek anlässlich der Telekom-Betriebsversammlung in Wien-Hernals. Nach dem gescheiterten Verkauf der Telekom an die Schweizer Swisscom traut Kolek der Industrieholding ÖIAG "nun alles zu".

Als wahrscheinlichsten nächsten Schritt vermutet Kolek einen Verkauf der Telekom-Tochter Mobilkom Austria, der Cash-Cow im Konzern.

Mitarbeiter-Beteiligung angestrebt

Stattdessen würde Kolek lieber die Mitarbeiter mit rund 10 Prozent am Unternehmen beteiligen. Ein ähnliches Modell gibt es bereits bei der voestalpine.

Während Kolek die Vorgangsweise der ÖIAG und von Finanzminister Karl-Heinz Grasser rund um die geplante Telekom/Swisscom-Fusion scharf kritisierte, nahm er Telekom-Chef Heinz Sundt explizit davon aus. Dieser habe nur im Auftrag der ÖIAG gehandelt.

Er erinnerte an die Privatisierung der VA Tech und warnte davor, dass hier auch ein ähnliches "Chaos" entstehen könnte.

1.000 Mitarbeiter bei Betriebsversammlung

Zu der Betriebsversammlung haben sich in der gut gefüllten Telekom-Halle rund 1.000 Mitarbeiter eingefunden. Für 11.00 Uhr hat sich ÖGB-Chef Fritz Verzetnitsch angekündigt. Ihre Solidarität mit dem Unternehmen bekundeten die Mitarbeiter zu Beginn der Veranstaltung mit dem Abspielen des Liedes "Simply The Best" von Tina Turner. (APA)

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