Renault Österreich sieht verstärkten Trend zum Kleinwagen

8. September 2004, 13:55
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EU-Netto-Preisangleichung könnte Autopreise in Österreich erhöhen - Geländewagen stagnieren, Dieselanteil geht leicht zurück

Wien - Die hohen Spritpreise und die lahmende Konjunktur lassen die Österreicher beim Autokauf sparen. "Der Trend geht hin zu Klein- und Kompaktwagen und eher weg von der Oberklasse", erklärte am Mittwoch Abend Renault Österreich-Chef Alain Schöneborn vor Journalisten. Dabei könnte es noch schlechter kommen: Durch die von der EU angestrebte europaweite Angleichung der Pkw-Nettopreise würden - durch die vergleichsweise hohe österreichische Steuerlast - die Preise steigen, bestätigte er.

Innerhalb des Trends zu Autos unterhalb der oberen Mittelklasse geht das Geschäft mit Kompaktvans besonders gut, während der Geländewagenmarkt stagniert und der Dieselanteil insgesamt ganz leicht zurück geht. Im ersten Halbjahr 2004 habe die komplette heimische Autobranche - nach einem starken Jahr 2003 - bei den Zulassungen um 3,8 Prozent zugelegt, so Schöneborn.

Renault in Österreich mit Marktanteil von 6,6 Prozent

Dank des Plus bei den Vans habe Renault in den ersten sieben Monaten bei den zugelassenen Autos gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,5 Prozent wachsen können. Insgesamt wurden nach Eigenangaben 13.143 Renault-Pkw in dieser Zeitspanne zugelassen, was einem Marktanteil von 6,6 Prozent entspreche. Hinter dem Dauerbrenner VW Golf sei der Renault Megane die Nummer 2 am heimischen Markt. Der neue Van "Espace" habe gar um 38,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zugelegt, freute sich der Renault-Boss.

Zufrieden gab er sich auch mit dem Kleinlaster-Geschäft. Renaults leichte Nutzfahrzeuge verzeichneten demnach von Jahresbeginn bis Ende Juli ein Plus von 18,9 Prozent und halten bei einem Marktanteil von 9,2 Prozent. "Sehr positiv" sei weiters die Entwicklung im Firmen-Pkw-Geschäft. Jedes dritte Auto der Franzosen sei ein Fahrzeug für den gewerblichen Gebrauch.

Aufpreise für Partikelfilter

Zur Diskussion um die Einführung einer Partikelfilter-Pflicht für Diesel-Pkw meinte Schöneborn, dass man gerade dabei sei, die ersten Modelle damit auszurüsten. Kleinwagen, die die Euro 4-Norm erfüllen, würden jedoch keinen bekommen. Wer einen Renault mit der umweltfreundlichen Abgaslösung haben will, muss dafür Aufpreis zahlen.

Seit Mai 2004 läuft auch in Österreich als viertes Land in Westeuropa die Zusammenführung von Renault und Nissan. Die gemeinsame Gesellschaft "Renault Nissan Österreich GmbH" sei zwar eine juristische Einheit, der Markenauftritt und somit der Kundenkontakt laufe jedoch eigenständig. Genützt werde allerdings das Synergiepotenzial wie etwa bei Personal und IT-Infrastruktur. Das Unternehmen beschäftigt 265 Mitarbeiter.

204 Niederlassungen

Insgesamt gibt es in Österreich 204 Renault-Niederlassungen, davon 29 Vertragshändler, von denen bisher zwei sowohl Renault als auch Nissan verkaufen. Auch künftig will Schöneborn mindestens 200 Verkaufsstellen haben.

Renault hat weltweit nach Eigenangaben einen Marktanteil von 4,3 Prozent, der Konzernabsatz erhöhte sich im ersten Halbjahr 2004 um 6,5 Prozent auf 1,3 Mio. Neuzulassungen. Hauptgründe für den Zuwachs seien ein Plus in Mittel- und Osteuropa sowie in der Türkei gewesen. Für das zweite Halbjahr hofft man auf ein gesteigerten Verkauf außerhalb Europas und ein Halten des Niveaus innerhalb Europas. (APA)

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