Salzburger Sommerakademie bei Blechbläsern "nicht kompetent"

8. September 2004, 15:07
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Bilanz der 63 Meisterklassen klassischer Musik am Mozarteum

Salzburg - Die 1916 von der Sängerin Lilli Lehmann gegründete Internationale Sommerakademie Mozarteum zog am Mittwoch bei einer Pressekonferenz Bilanz über den Sommer 2004. Von 19. Juli bis zum 28. August fanden 63 Meisterkurse zum Teil international renommierter Künstler und Dozenten satt, darunter Stars wie Marjana Lipovsek, Edith Mathis, Edda Moser, Kurt Widmer und Igor Oistakh. 876 Studenten aus 59 Nationen studierten je zwölf Tage lang in Salzburg.

Bei Blechbläsern "nicht kompetent"

Die Renner unter den angebotenen Kursen waren - wie jedes Jahr - Klavier (324 Studenten), Gesang (207) und Violine (202). Wenig erfolgreich waren die Kurse für Blechbläser, so der Leiter der Sommerakademie, Alexander Müllenbach: "Posaune wurde nur von einem Studenten belegt, auch das Fach Trompete war mit vier Studenten nicht zufriedenstellend. Die Kurse für Blechblasinstrumente wird es im kommenden Jahr nicht mehr geben, da ist Salzburg nicht kompetent, da können wir etwa mit Krefeld, wo die Blechbläser unter sich sind, nicht konkurrieren." Wenig zufrieden konnte die Sommerakademie auch mit der Teilnehmerzahl bei den Komponisten sein. Trotz des namhaften Dozenten und "Composers in Residence", Cristobal Halffter, kamen ebenfalls nur vier Kompositionsstudenten.

Erstmals gut funktioniert hat die Klasse Jazz, 22 Jungmusiker haben das Gratis-Angebot angenommen und die Klasse von Pianist Richie Beirach besucht. "Der Jazz soll im Angebot bleiben, das war und ist mir sehr wichtig", so Müllenbach. "Natürlich bleibt die Sommerakademie am Mozarteum hauptsächlich eine Schule der Musik des 18. und 19. Jahrhunderts mit besonderem Focus auf Mozart. Aber auch das 20. Jahrhundert muss prominent vertreten sein und auch der Jazz. Ich bin optimistisch, dass sich diese Kunstform in Salzburg konsolidiert."

"... die wissen, was sie an uns haben"

Fast täglich gaben Studenten und Dozenten eine Vielzahl von Werkstatt-, Kammer- und Kirchenkonzerten. Auch durch Porträts von drei Salzburger Komponisten (Sabina Hank, Klemens Vereno und Stefan David Hummel), ein Symposion über den "Composer in Residence" der Salzburger Festspiele, Jörg Widmann, sowie durch das Einbinden der jungen Philharmonie Salzburg "ist die Sommerakademie heuer besser wahrgenommen worden, als je zuvor", so Müllenbach. "Wir haben bereits Stammgäste, die wissen, was sie an uns haben".

Höhepunkt in dieser sommerlichen Musikschule ist das traditionelle Preisträgerkonzert, diesmal am 28. August um 20.00 Uhr im Großen Saal des Mozarteums. Bei dieser Gelegenheit bekommen die besten zehn Studenten erstmals Festspielluft zu atmen sowie rund 1.000 Euro Preisgeld aus dem Kulturfonds der Stadt Salzburg. (APA)

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