Das große Aufräumen beginnt

2. September 2004, 12:13
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Kapitalerhöhung noch im September - ÖIAG entscheidet über Mitziehen erst nach dem HV-Beschluss

Linz/Wien - Ein Stück weiter gekommen ist die VA Tech am Dienstag auf ihrem Weg zur Kapitalerhöhung. Der Aufsichtsrat hat grünes Licht für einen neuen Anlauf zur Genehmigung frischen Geldes gegeben, erfuhr der STANDARD aus Kapitalvertreterkreisen.

Angesichts des hohen Kurses - die Aktien des Anlagenbaukonzerns notierten zuletzt bei 54 Euro - werde das Volumen aber deutlich geringer ausfallen als im April. Damals hatten die Aktionäre rund um Mirko Kovats gemeinsam mit schweizerischen Paketaktionären den vom Vorstand gestellten Antrag auf genehmigtes Kapital im Ausmaß von 50 Prozent des Grundkapitals gekippt. Nun sollen weniger junge Aktien ausgegeben und nur rund 150 statt 250 bis 300 Millionen Euro lukriert werden.

Schwierigkeiten

Die seinerzeitige Absage hatte das Management bei der Sanierung der Sparte Energieübertragung und -verteilung (T&D) prompt in Schwierigkeiten gebracht. Generaldirektor Klaus Sernetz und sein Stellvertreter, Gerhard Falch, wollen nun, wie angekündigt, reinen Tisch machen. Das umfassende Sanierungspaket, das dem Aufsichtsrat vorgelegt wurde, soll erhebliche Vorsorgen für die T&D-Sanierung enthalten.

Die für die Kapitalerhöhung notwendige außerordentliche Hauptversammlung soll bereits im September, dem Vernehmen nach rund um den 20., abgehalten werden. Damit hat auch 15-Prozent-Aktionär ÖIAG ausreichend Zeit, über ein Mitziehen nachzudenken. Der Beschluss darüber soll in der ÖIAG-Aufsichtsratssitzung am 17. September fallen. Im März hatte sich der ÖIAG-Aufsichtsrat vehement für die Kapitalerhöhung, aber gegen eine Beteiligung der ÖIAG an dieser ausgesprochen.

"Zuerst muss der HV-Beschluss da sein", heißt es nun in der ÖIAG. Über das Mitziehen entscheide man vor der Transaktion. Zieht die Verstaatlichtenholding nicht mit, verringert sich ihr Anteil von 15 auf zwölf bis zehn Prozent.

Vorstandswechsel

Im Sanierungspaket enthalten ist auch der erwartete Vorstandswechsel. Wie der STANDARD bereits im Juli berichtete, wird T&D-Chef Klaus Brenner, seit Ende 2002 im Konzernvorstand, das Unternehmen verlassen. (ung, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26.8.2004)

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