Hintergrund: Obiang gewann Präsident­schafts­wahl 2002 mit 99,99 Prozent

2. September 2004, 16:14
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Opposition beklagte "massiven Wahlbetrug"

Malabo/Madrid - Der Präsident des zentralafrikanischen Kleinstaats Äquatorialguinea, Teodoro Obiang, gewann bei den umstrittenen Wahlen im Dezember 2002 und wurde für weitere sieben Jahre im Amt bestätigt. Die Opposition sprach von "Wahlbetrug". Der 60-Jährige, der die spanische Ex-Kolonie seit 1979 im Stile eines Alleinherrschers regiert, erhielt 99,99 Prozent der Stimmen. In einzelnen Wahlbezirken hätten die vier Gegenkandidaten keine einzige Stimme erhalten, teilte Innenminister Clemente Engonga.

"Massiver Wahlbetrug"

Die Bewerber der Opposition hatten am Wahltag geschlossen ihre Kandidaturen zurückgezogen. Sie begründeten dies damit, dass das Obiang-Regime "massiven Wahlbetrug" betrieben habe. In den Wahllokalen hätten Militärs darüber gewacht, dass die Wähler ihre Stimmen für Obiang abgegeben hätten. Die Abstimmung war schon im Vorfeld von politischen Beobachtern als eine Farce eingestuft worden. Ein großer Teil der Oppositionspolitiker befindet sich in Haft. Ausländische Wahlbeobachter waren nicht zugelassen.

Obiang war 1979 durch einen Putsch an die Macht gekommen. Sein Regime gilt als eines der undemokratischsten in Afrika. Der Kleinstaat mit 450 000 Einwohnern hat in letzter Zeit wegen seiner Ölvorkommen strategisch stark an Bedeutung gewonnen. Äquatorialguinea konnte in den vergangenen zehn Jahren seine Erdölförderung um das Fünfzigfache auf 250 000 Barrel pro Tag steigern und stieg zu einem der wichtigsten afrikanischen Ölproduzenten südlich der Sahara auf. (APA/dpa)

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    Theodoro Obiang Nguema M'Basogo

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