Bayerischer Kleinflughafen soll "Tor zum Westen" werden

8. September 2004, 13:45
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US-Investor plant Investition von mehr als 100 Millionen Euro in Hof-Plauen

Hof/Plauen - Mehr als 100 Millionen Euro will ein amerikanischer Investor in den bayerischen Regionalflughafen Hof-Plauen investieren. Als künftiger Mehrheitsgesellschafter wolle der Hof-Transair-Geschäftsführer Hassen Fhal den geplanten Ausbau vorantreiben und in den nächsten Jahren weitere Großprojekte in Hof verwirklichen, sagte der Sprecher der Stadt Hof, Peter Nürmberger, am Mittwoch. Das bayerische Wirtschaftsministerium und die Flughafengesellschaft wollen nun die Realisierbarkeit des Projekts prüfen.

Erst vor wenigen Monaten hatte der Freistaat Bayern der Flughafengesellschaft Hof-Plauen für den dringenden Ausbau der Landebahn einen Förderung von 31,8 Mio. Euro zugesagt. Diesen Zuschuss erhofft sich nun auch der private Betreiber, der die bisher fast ausschließlich kommunale Flughafengesellschaft zu 80 Prozent übernehmen will.

Verlängerung der Start- und Landebahn

Ganz konkret stellt sich Hof-Transair-Geschäftsführer Hassen Fhal nicht nur die schon geplante Verlängerung der Start- und Landebahn auf bis zu 3.000 Meter und eine Restaurierung des alten Flughafen vor. Er will auch eine Jet-Werft mit Wartungsservice, ein Cargocenter, eine Crew-Schule sowie ein Hotel bauen. Nach Angaben des Investors können damit in den nächsten Jahren bis zu 1.000 Arbeitsplätze im Dreiländereck Bayern-Sachsen-Böhmen geschaffen werden.

Für Reisende aus den neuen EU-Ländern, für Geschäftsleute aus den Staaten der früheren Sowjetunion und für Transporte aus China oder Indien solle Hof das "Tor zum Westen" werden, sagte der 52-jährige Investor. Auch internationale Verbindungen nach Florida oder Urlaubscharter in den Mittelmeerraum könne er sich vorstellen.

"Wir können Anfang September mit dem Ausbau beginnen", sagte Fhal am Mittwoch. Ein Großteil der Investitionssumme liege bei einer deutschen Bank in der Schweiz. Jedoch würden noch zahlreiche Genehmigungen und Zustimmungen ausstehen, die das Projekt zeitlich verzögern könnten.

Bereits am Freitag will Fhal Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu Finanzierungsunterlagen und Pläne vorlegen. Die neugegründete Hof-Transair GmbH sei eine Tochtergesellschaft der New Yorker North- American-Air-Holding. Deren Inhaber Paul Amara habe in einen Flughafen in Slowenien oder Riga investieren wollen, bevor ihn sein Partner Fhal auf den Regionalflughafen Hof aufmerksam gemacht habe.(APA/dpa)

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