Neuer Duden als Zeichen für die neuen Regeln

3. September 2004, 23:43
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Redaktionsleiter: "Wichtigster Brot-Artikel des deutschen Buchhandels"

Der neue Duden kommt am Samstag (28. August) mit der neuen Rechtschreibung in den Handel. Damit setze der Verlag ein "notwendiges und eindeutiges Zeichen" für die Regeln, die seit sechs Jahren von Millionen Schülern erfolgreich gelernt würden, erklärte der Leiter der Dudenredaktion, Matthias Wermke, am Mittwoch bei der Vorstellung der Neuauflage des Wörterbuchs in Mannheim. Er sei überzeugt, dass der Duden auch einen Beitrag "zur Entspannung und Versachlichung" der Diskussion um die Rechtschreibreform leisten werde. Die neue Rechtschreibung habe "weit weniger gravierende Auswirkungen", als dies oft dargestellt werde.

Grundlage für die 23. Auflage des Standardwerks sind die Regeln, die ab August 2005 an den Schulen verbindlich werden sollen. Mit erstmals 125.000 Stichwörtern ist der neue Duden so umfangreich wie niemals zuvor: Es wurden 5.000 neue Wörter aufgenommen wie z.B. Billigflieger, Dosenpfand, Fotohandy, googlen, Ich-AG, Minijob und Sars.

"Wichtigster Brot-Artikel"

Die Vorbestellungen des Buchhandels lägen auf dem Niveau der vorangegangenen Auflagen, sagte Wermke. Er rechne deshalb mit einem gleich bleibenden Verkauf. "Der Duden ist der wichtigste Brot-Artikel des deutschen Buchhandels", betonte Wermke, ohne eine genaue Auflagenzahl zu nennen. Die Zweifel an der Reform seien nicht gerechtfertigt. Der durch die Rückkehr mehrerer großer Zeitungen zur alten Rechtschreibung ausgelöste Streit gehe an der tatsächlichen Entwicklung der Rechtschreibung vorbei.

Unterdessen versucht der saarländische Bildungsminister Jürgen Schreier (CDU) Unterstützung für seinen Vorschlag, an den deutschen Schulen dauerhaft die alte und die neue Rechtschreibung parallel gelten zu lassen: Unterrichtet werden soll zwar die neue Schreibweise, die alte dürfe aber auch nach dem 1. August 2005, dem derzeitigen Ende der Übergangszeit, nicht als falsch angestrichen werden. Zudem müssten eine Reihe von "Dummheiten" bei der Reform wieder aufgehoben werden. (APA/AFP/dpa/Reuters)

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