Kräftiges Minus auch in Kärnten

20. September 2004, 16:38
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Schlechtes Wetter und deutsche Ferienordnung ließen Zahl der Nächtigungen im Juli um 6,1 Prozent sinken

Klagenfurt - Das unbeständige und oft nasse Wetter sowie die deutsche Ferienordnung - das sind die Faktoren, die Kärntens Touristiker ins Treffen führen, um den Nächtigungsrückgang von 6,1 Prozent im Juli zu erklären. Insgesamt wurden im südlichsten Bundesland 2,7 Mio. Nächtigungen registriert, um 170.000 weniger als im Juli 2003. Tourismusreferent LHStv. Karl Pfeifenberger (F) meinte gegenüber der APA: "Das war zu erwarten."

"Sehr stark auf Sommer, Sonne, Süden fixiert"

Er sei eigentlich positiv überrascht, dass der Rückgang nicht größer ausgefallen sei, sagte Pfeifenberger. "Kärnten ist in Bezug auf das Urlaubsangebot sehr stark auf die Themen Sommer, Sonne und Süden fixiert, wenn das Wetter nicht danach ist, bleiben die Gäste aus." Er hoffe aber, dass diese Bilanz für die Betriebe ein Anstoß sei, "in die richtige Richtung" zu investieren. Es müsse mehr Indoor-Anlagen und Alternativangebote geben, um von dieser schmalen Sommerspitze wegzukommen.

"Deutsche suchen in Kärnten klassischen Badeurlaub"

Die gesamte Sommersaison brachte in Kärnten bisher ein Minus von 2,2 Prozent. Dies werde sich nicht mehr ausgleichen lassen, so der Landesrat. Er rechnet damit, dass es unter dem Strich "etwa dieses Gesamtergebnis, vielleicht ein bisschen schlechter" geben werde. Dass die Zahl der deutschen Urlauber bundesweit gleich geblieben ist, während man in Kärnten die deutsche Ferienordnung für das Minus mit verantwortlich macht, erklärte Pfeifenberger damit, dass die Bundesbürger in Kärnten den "klassischen Badeurlaub" suchten, anderswo aber Kultur- oder Wanderurlaube machen würden.

Das Ausbleiben der österreichischen Urlauber liege hingegen ausschließlich am schlechten Wetter, so Pfeifenberger. "Das lässt sich einfach nicht ändern." Man müsse eben auch mit Rückschlägen fertig werden, mittelfristig gehe Kärnten aber im Tourismus den richtigen Weg. "Hätten wir in den vergangenen Jahren nicht so viel gemacht, wären die Zahlen dieses Jahr noch viel schlechter gewesen", so der Referent. (APA)

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