Chronologie: Anschläge in Russland

1. September 2004, 19:04
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Meist Terroristen aus Tschetschenien verantwortlich

Moskau - In den vergangenen Jahren ist es in Russland zu einer Reihe von Terroranschlägen gekommen, für die zumeist Terroristen aus Tschetschenien verantwortlich gemacht werden. So etwa im September 1999, als bei einer Serie vom Bombenanschlägen auf Wohnhäuser in Moskau und anderen Städten mehr als 300 Menschen getötet werden. Die meisten Anschläge fanden im Süden Russlands und in Tschetschenien selbst statt, aber auch die Hauptstadt Moskau war schon wiederholt Ziel der Angriffe.

Chronik der schwersten Anschläge der vergangenen drei Jahre

März 2001: Drei Bombenanschläge kosten im Süden Russlands 23 Menschen das Leben, mehr als 150 werden verletzt. Die Explosionen ereignen sich nahezu gleichzeitig auf einem Bauernmarkt in Mineralnje Wodi und in der nahe gelegenen Stadt Jessentuki. Eine weitere Bombe detoniert in Karatschajewo-Tscherkessien.

18. April 2002: Bei einem Angriff islamischer Separatisten werden in Grosny mindestens 21 Polizisten getötet, als ihr Bus über einen ferngezündeten Sprengsatz fährt.

9. Mai 2002: Eine per Fernsteuerung ausgelöste Explosion während einer Militärparade in Kaspijisk kostet 43 Menschen das Leben, etwa 100 werden verletzt. Kaspiisk liegt am Kaspischen Meer südlich der Hauptstadt der Kaukasusrepublik Dagestan, Machatschkala.

10. Oktober 2002: Eine Explosion in einer Polizeiwache der tschetschenischen Hauptstadt Grosny tötet 24 Menschen, 18 werden verletzt.

23. Oktober 2002: Tschetschenische Rebellen besetzen ein Musical-Theater in Moskau und nehmen mehrere hundert Besucher als Geiseln. Russische Spezialkräfte stürmen am vierten Tag das Gebäude und erschießen 41 Geiselnehmer. 129 Geiseln werden getötet; zwei durch Schüsse, die übrigen durch ein Narkosegas, dass die Spezialkräfte einsetzen.

27. Dezember 2002: Bei einem Selbstmordanschlag auf das Regierungsgebäude in Grosny sterben mindestens 70 Menschen, rund 160 werden verletzt. Die Behörden vermuten tschetschenische Separatisten hinter dem Anschlag. Nach offiziellen Angaben werden mehr als 60 Verdächtige in Grosny festgenommen.

12. Mai 2003: Bei einem schweren Bombenanschlag in Nordtschetschenien auf Mitarbeiter des russischen Geheimdienstes werden 59 Menschen getötet und rund 110 verletzt.

14. Mai 2003: Eine Frau sprengt sich während einer muslimischen Gedenkfeier in der Siedlung Ilischan-Jurt im Norden der russischen Kaukasusrepublik in die Luft. 18 Menschen kommen ums Leben, über 140 werden verletzt. Der Angriff richtet sich offenbar gegen den Chef der prorussischen Verwaltung in Tschetschenien, Achmed Kadirow, der aber nicht verletzt wird.

5. Juli 2003: Zwei mutmaßliche tschetschenische Rebellinnen sprengen sich auf einem Rockfestival in Moskau in die Luft und reißen 14 Besucher mit in den Tod, 60 Konzertbesucher werden verletzt.

9. Juli 2003: In Moskau kann ein neuer Terrorakt mutmaßlicher tschetschenischer Rebellen verhindert werden. Wachleute nehmen eine Frau fest, die versuchte einen Sprengsatz in ein Café zu tragen. Beim Versuch, die Bombe zu entschärfen, kommt ein Mitarbeiter des Geheimdienstes ums Leben.

25. Juli 2003: Die russischen Sicherheitskräfte heben in der Nähe von Moskau in der Ortschaft Tolstopalezewo ein Sprengstoffversteck aus.

1. August 2003: Bei der Explosion einer Autobombe vor einem russischen Militärkrankenhaus in der Kaukasus-Region sterben 50 Menschen, mindestens 76 Personen, die meisten von ihnen russische Soldaten, werden verletzt. Das vierstöckige Gebäude am wichtigsten Truppenstützpunkt für Einsätze in Tschetschenien wird völlig zerstört.

5. Dezember 2003: Bei einem Selbstmordanschlag auf einen Pendlerzug in der Region um Stawropol nahe der Grenze zur Kaukasus-Republik Tschetschenien kommen 47 Reisende ums Leben.

9. Dezember 2003: Bei einem Anschlag in der Nähe des Roten Platzes werden mindestens fünf Menschen getötet.

6. Februar 2004: Bei einer Explosion in einem Wagen der Moskauer U-Bahn werden 22 Fahrgäste getötet und rund 30 verletzt.

9. Mai 2004: Der tschetschenische Präsident Achmad Kadyrow fällt in einem Sportstadion in Grosny einem Bombenanschlag zum Opfer. (APA/AP)

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