Royal/Dutch Shell akzeptiert 150,7 Millionen-Dollar-Strafe

2. September 2004, 19:36
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Einigung mit SEC über 120 Millionen Dollar - Britische Finanzaufsicht belegte Ölkonzern mit 17 Millionen Pfund Strafe wegen falscher Angaben über Öl- und Gasreserven

London/Washington - Der weltweit drittgrößte Energiekonzern Royal/Dutch Shell ist von den Finanzaufsichtsbehörden der USA und Großbritanniens wegen falscher Angaben über seine Öl- und Gasreserven zu Strafgeldern von zusammen rund 150,7 Mio. Dollar (124,1 Mio. Euro) verurteilt worden.

Mit der US-Börsenaufsicht SEC einigte sich der Konzern auf die Zahlung von 120 Mio. Dollar, wie ein Sprecher der Behörde am Dienstag mitteilte. Die britische Finanzmarktaufsicht FSA belegte Shell mit einem Strafe von 17 Mio. Pfund. Shell hatte seine nachgewiesenen Öl- und Gasreserven zu hoch angegeben. Im Jänner hatte der Konzern die Märkte damit geschockt, dass er seine Reserven um mehr als 20 Prozent reduzieren musste. Mehrere Manager hatten damals ihre Posten verloren.

"Beispielloses Fehlverhalten"

SEC und FSA warfen Shell vor, mit beispiellosem Fehlverhalten die Anleger getäuscht und grob gegen Börsenregeln verstoßen zu haben. Im Rahmen der Vereinbarung mit der US-Behörde sicherte der Konzern zudem zu, zusätzlich fünf Mio. Dollar für die Schaffung eines umfassenden Programms zur Einhaltung aller Regeln aufzuwenden.

Anfang des Monates hatte Reuters aus Branchenkreisen erfahren, Shell plane eine Zusammenfassung seiner bisher separaten Führungsgremien in den Niederlanden und Großbritannien, um eine bessere Führung des Konzerns zu gewährleisten. Dabei sei auch eine Fusion der beiden Konzern-Holdings Royal Dutch, die derzeit 60 Prozent am Gesamtkonzern hält, und Shell Transport & Trading mit einem Anteil von 40 Prozent nicht auszuschließen. (APA/Reuters)

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